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17.03.2015, 13:01 Uhr  //  Stadtgeschehen

Papilio und die Kistenkobolde in Schwerin

Papilio und die Kistenkobolde in Schwerin
 Papilio e.V. (Bild) + (Text) // www.snaktuell.de


Schwerin - Die Augsburger Puppenkiste war heute zu Gast im Jugend- und Freizeitzentrum „bus stop“ in Schwerin. Sie zeigten die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“, die ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms Papilio ist. Das Programm steigert nachweislich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und bildet damit die Basis, um gegen Sucht- und Gewaltentwicklungen im Jugendalter vorzubeugen. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Sternstunden e.V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, die damit die Aufklärungskampagne zur Sensibilisierung früher Prävention unterstützt.

Die Kistenkobolde sind vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum aufgetreten. Rund 300 Kinder haben die Aufführung, die insgesamt drei Mal gezeigt wurde, gespannt verfolgt. Als einer der Bausteine von Papilio wurden die Kistenkobolde zusammen mit der Augsburger Puppenkiste, Wissenschaft und Praxis entwickelt. Sie fördern gezielt die emotionale Kompetenz der Kinder. Freudibold, Heulibold, Zornibold und Bibberbold – jeder der vier Kobolde steht für ein Basisgefühl. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen von anderen umgehen zu können. Weitere Papilio-Bausteine unterstützen das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander.

Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken

Soziale und emotionale Kompetenzen sind die Grundlage für das Erlernen aller anderen Fertigkeiten. Sie helfen bei der Sprachentwicklung ebenso wie beim Aufbau von Freundschaften. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch im frühen Kindesalter. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen. Indem Papilio diese Schutzfaktoren stärkt, senkt es zugleich erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern und schützt damit gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt. Die Wirksamkeit des Programms ist wissenschaftlich belegt. „Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir, dass Kinder sozial-emotionale Kompetenzen im frühen Kindesalter lernen müssen, damit sie eine eigene Identität und Selbstwertgefühl aufbauen können. Das wirkt sich positiv auf ihre gesamte weitere Entwicklung und auf ihre psychosoziale Gesundheit aus. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wird, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren“, erklärte Heidrun Mayer, geschäftsführende erste Vorsitzende von Papilio e.V.

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten und hin zu den Eltern spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklärten die Papilio-Geschäftsführerin Heidrun Mayer und Papilio-Trainerin Heidi Scheer in zwei Fachvorträgen am Nachmittag, wie sich die Eltern über den Papilio-Elternclub stärker einbeziehen lassen und wie Papilio an Fachschulen in die Ausbildung der Fachkräfte implementiert werden kann.

Der engagierte Auftritt der Kistenkobolde in Schwerin zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte der Region für Papilio zu gewinnen, damit sie das Präventionsprogramm in ihren Kindergärten einführen. Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, unterstützt die Aufklärungskampagne zur frühen Prävention mit 20 Tourtagen mit der Augsburger Puppenkiste, die dieses und kommendes Jahr in ganz Deutschland stattfinden werden.

Um Papilio in einer Einrichtung umzusetzen, durchlaufen die Fachkräfte eine Fortbildung, führen das Programm dann in ihren Gruppen ein und machen Papilio zum alltäglichen Bestandteil der Kindergartenarbeit. In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit 2003 mehr als 260 pädagogische Fachkräfte aus 78 Kitas in Papilio fortgebildet. „In Schwerin wurden bisher 36 Erzieherinnen zertifiziert und vier Einrichtungen erhielten die Anerkennung als Papilio-Kindergarten, weitere werden folgen. Die Papilio-Erzieherinnen investieren in ihrer alltäglichen Arbeit in den Einrichtungen viel Kraft und Zeit. Aber es lohnt sich. Ihre Fachkompetenz in der Arbeit mit schwierigen Kindern oder in der Bewältigung von Konfliktsituationen anzuwenden, ist ein Motivationsgrund“, so Jana Micera von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung, Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesweit wurden inzwischen mehr als 5.800 Erzieherinnen in dem Programm fortgebildet. Dadurch profitieren mehr als 117.000 Kinder von Papilio. Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg, das mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet.

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