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21.08.2015, 14:00 Uhr  //  Kultur

Kunst aus der Zelle - in die Zelle

Kunst aus der Zelle - in die Zelle
 Caritas Mecklenburg e.V. (Bild) + (Text) // www.snaktuell.de


Dreilützow - Die Ausstellung „Kunst aus der Zelle - in die Zelle“ zeigt ab sofort Zeichnungen und Collagen von jungen Menschen, die in einer Jugendstrafvollzugsanstalt einsitzen.

Unter der Leitung des Kunsttherapeuten Stefan Lohrke fertigten sie in den vergangenen Monaten ganz unterschiedliche kleine Kunstwerke, die nun im wahrscheinlich kleinsten Museum, welches in einer alten Telefonzelle untergebracht ist, gezeigt werden. Initiator dieser Ausstellung ist Till Adrian, der am Schloss Dreilützow im August sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur beendet.

Der Gedanke hinter „Kunst aus der Zelle - in die Zelle“ ist genauso simpel wie wichtig. Kunst ist universell. Kunst ist nicht nur etwas für vermeintliche Eliten. Künstlerisch tätig sein kann jeder! Die im wahrscheinlich kleinsten Museum ausstellenden jungen Leute sitzen in den „Zellen“ der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis- Breitingen in Sachsen. Auch sie möchten gesehen und gehört werden und wollen Gedanken und Gefühle aus Ihrer Welt, die wohl den allermeisten unbekannt ist, sichtbar machen.

Kunstprojekte tragen ihren Teil zu einer gelungenen Resozialisierung bei. Malerei und das Fertigen von Collagen überzeugen vor allem durch ihre einfachen Rahmenbedingungen. Man braucht nur etwas Papier, ein paar Stifte, ein paar Farben und schon kann es losgehen. Selbst der sogenannte Profi gerät im Gestalten immer wieder an die eigenen Grenzen. Man kommt sich selbst sehr nahe, zu nahe manchmal, denn die eigenen Ängste zu versagen, die eigene Ungeduld, die erlernte Hilflosigkeit sind starke Gegner. Dennoch wird man auf einer Leinwand jeden Fehler korrigieren können, wenn man bereit ist sich zu korrigieren. Wenn sich das Ziel nicht auf die eine Art erreichen lässt, dann vielleicht auf eine andere? Und so ist es wie im wirklichen Leben. Wenn junge Menschen ihre Fehler erkennen, können diese das nächste Mal vermieden werden.

Interessierte können gerne im Schloss Dreilützow nach dem Schlüssel für die Museumstelefonzelle fragen.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Caritaseinrichtung Schloss Dreilützow und der JSA Regis- Breitingen.


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