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02.09.2015, 11:45 Uhr  //  Stadtgeschehen

Nach sieben Jahren Pause wieder Nachwuchs

Nach sieben Jahren Pause wieder Nachwuchs
 Zoo Rostock/Joachim Kloock (Bild) Zoo Rostock (Text) // snaktuell.de


Rostock - Wer das kleine Wisentmädchen sehen will, muss geduldig sein. Die Kleine wurde am 25. Juli geboren und versteckt sich gern. Das „Wildtier des Jahres 2014“ ist ein klassisches Beispiel für die Arterhaltungserfolge der Zoologischen Gärten. Denn eigentlich waren die stattlichen Wildrinder in freier Natur schon ausgestorben.

In diesem Jahr freut sich der Zoo Rostock über mehr als 100 Jungtiere und viele wertvolle Zuchterfolge. Darunter waren nicht nur die Geparden-Fünflinge, sondern auch fünf Rentiere, zwei Brazzameerkatzen, drei Galagos, zwei Sperbereulen, ein Seehund, ein Seebär, zwei Litschi-Moorantilopen und 15 Schönnattern. Im letzten Jahr sorgte insbesondere die Weltersthandaufzucht eines Neuguinea-Schnabeligels und natürlich Knuts Halbbruder Fiete für viel Aufmerksamkeit.

„Die Jungtieraufzucht ist in der Zootierhaltung von großer Bedeutung, denn zum Leben jeder einzelnen Tierart gehört die Fortpflanzung dazu. Die erfolgreiche Zucht spiegelt in gewisser Weise auch die erfolgreiche Haltung einer Tierart wider. Dies spielt insbesondere bei vom Aussterben bedrohten Tierarten eine wesentliche Rolle“, betonte Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. „Eine der Hauptaufgaben der Zoos und Aquarien ist die enge Verknüpfung mit Naturschutz- und Artenschutzaktivitäten. Jungtiere sind nicht zuletzt Besuchermagneten. Sie und alle anderen Zoobewohner sind wichtige Botschafter ihrer Art. Durch die Tiere, unsere Beschilderungen, die kommentierten Fütterungen und Erklärungen der Tierpfleger können wir den Zoobesuchern die Lebenswelt der Tiere näher bringen und Sozial- und Umweltverantwortlichkeit sowie die Bedeutung des Artenschutzes vermitteln,“ erklärte die Kuratorin weiter.

Wisentmädchen ist putzmunter
Der 2009 im Tierpark Wismar geborene Wisentbulle Wilkos und die 2010 im Tierpark Hirschfeld zur Welt gekommene Gerda sind die Eltern von dem noch namenlosen Wisentbaby. „Die Kleine wog bei der Geburt schätzungsweise 20 bis 25 kg“, so Antje Zimmermann. „Inzwischen hat sie gut zugelegt, ist noch ein wenig schüchtern, aber putzmunter.“ Auf der Wisentanlage im neuen Teil des Zoos leben zwei weitere Weibchen. Tisnelda wurde 2011 im Tierpark Berlin geboren und Wabe 1996 im Zoo Rostock. Bereits seit 1960 leben Wisente im Zoo Rostock. Die letzte Geburt liegt jedoch schon etliche Jahre zurück. Der am 20. Oktober 2008 geborene Jungbulle von Waldo und Werona wurde 2010 im Rahmen eines Artenschutzprojektes im südwestfälischen Rothaargebirge ausgewildert.

Der Wisent gilt in Europa als das größte Landsäugetier. Ausgewachsene Bullen können bis zu 1000 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 20 Jahren. Die Wisente sind Vegetarier und bevorzugen Heu, Grünfutter, Äste und Kraftfutter. Das Rostocker Wisentbaby ernährt sich aber vorläufig nur von Muttermilch.

Das Comeback von Europas größtem Wildrind
Wisente sind ein gutes Beispiel dafür, wie aus verloren geglaubten Tierarten wieder stabile Zoopopulationen und sogar neue Wildpopulationen entstehen können. Am Ende des 1. Weltkrieges war der Wisent in freier Wildbahn weitgehend ausgerottet. Der 1923 unter Federführung des Berliner Zoodirektors gegründeten „Internationalen Gesellschaft zur Rettung des Wisent“ ist es zu verdanken, dass die noch 54 in Tiergärten und Gehegen verbliebenen reinblütigen Tiere zur Erhaltung ihrer Art erfasst und geschützt wurden.

Ab 1952 wurden die ersten Tiere im polnischen Urwald von Białowieża wieder der freien Natur überlassen. Heute gibt es wieder ca. 3.600 freilebende Wisente in sechs Ländern, in Polen, der Ukraine, Weißrussland, Russland und Litauen und auch eine kleine Herde in Deutschland.

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