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03.09.2015, 08:00 Uhr  //  Stadtgeschehen

Attraktive Damen in der Schlehenhecke

Attraktive Damen in der Schlehenhecke
 NABU Mecklenburg-Vorpommern (Bild) + (Text) // snaktuell.de


Schwerin - Der Herbst hat in diesen Tagen zumindest meteorologisch begonnen. Das heißt jedoch nicht, dass z. B. Schmetterlinge, die man für gewöhnlich eher dem Sommer zuordnet, nun abrupt von der Bildfläche verschwinden. Einige Arten sind sogar bis in den Oktober hinein zu beobachten, wie der Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae). Sind Schlehen in der Nähe, ist dieser Falter nicht weit: Ab Juli schwirrt er meist recht schnell und scheinbar ziellos umher. Ganz einfach ist er jedoch nicht zu finden, weil er sich bevorzugt im schwer einsehbaren Kronenbereich der Feldhecken aufhält.

Die Frauen sind schöner
Mit einer Flügelspannweite von 32 bis 37 Millimeter ist die Art ein recht großer Bläuling. Noch dazu hat er einige Besonderheiten: Zum einen ist das Weibchen auffallender gefärbt als das Männchen - bei vielen Tierarten verhält es sich genau umgekehrt. So findet sich auf der braunen Oberseite der Vorderflügel jeweils ein nierenförmiger orangefarbener Fleck, der dem Falter auch einen Teil seines Namens eintrug. Zum anderen ist auch die Flügelunterseite des Weibchens leuchtend orange. Das schlichtere Männchen dagegen ist oberseits dunkelbraun, die Unterseiten der Flügel eher ocker gefärbt. Die namensgebenden Zipfel an den Hinterflügeln sind bei beiden Geschlechtern ausgebildet.

Erfolgreiche Eiersuche im Winter
Nach dem Hochzeitstanz, den die ganze Kolonie der Nierenfleck-Zipfelfalter um einen Baum herum aufführt, legen die Weibchen die Eier meistens einzeln, seltener paarweise neben den Knospen der Futterpflanzen ab. Das sind neben Schlehen auch weitere Vertreter der Rosengewächse wie Zwetschge, Pflaume und Kirsche. Die Eier sind auffallend weiß gefärbt und zeichnen sich durch eine sehr regelmäßige wabenartige Oberflächenstruktur aus. Wer auch im Winter einmal nach Falterstadien suchen möchten, kann beim Nierenfleck-Zipfelfalter durchaus fündig werden. Selbst ungeübten Beobachtern fallen die mit einem Millimeter recht großen schneeweißen Eier an den unbelaubten, dunkel gefärbten Zweigen der Futterpflanzen auf.

Leuchtend grüne Raupen im Frühjahr
Im folgenden Frühjahr schlüpfen die Raupen noch vor dem Laubaustrieb und fressen sich in die noch geschlossenen Knospen hinein. Die älteren Raupen sitzen meist an der Blattunterseite. Dort sind sie schwer zu entdecken, denn mit ca. 18 Millimeter sind sie recht klein. Die Raupen sind leuchtend grün mit zwei gelben Längsstreifen und zahlreichen gelben Schrägstreifen gefärbt. Ab Anfang Juni, etwa vier Wochen nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, wandern die Raupen zum Verpuppen auf den Erdboden hinunter und verwandeln sich in der Streu zu einer braunen, dunkel gesprenkelten Puppe, die frei am Boden liegt. Nach der Metamorphose fliegen die erwachsenen Falter von Anfang Juli bis weit in den Oktober hinein.


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