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03.05.2016, 19:26 Uhr  //  Stadtgeschehen

Schwerin gedenkt der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland

Schwerin gedenkt der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland
 LHS (Bild) + (Text) // www.snaktuell.de


Schwerin - Kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 kam es im März im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB). Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten (u. a. Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Göttingen, Greifswald, Kiel, München, Münster, Nürnberg, Rostock) groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden.

Zu den indizierten Autoren gehörten u. a. Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Heinrich Heine, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Karl Marx, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Joseph Roth, Nelly Sachs, Felix Salten, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Franz Werfel, Grete Weiskopf, Arnold Zweig und Stefan Zweig.  Nicht nur deutschsprachige Autoren standen auf den Listen, sondern auch die Namen der französischen Autoren André Gide, Romain Rolland, Henri Barbusse, der amerikanischen Autoren Ernest Hemingway, Upton Sinclair, Jack London, John Dos Passos und vieler sowjetischer Autoren, darunter Maxim Gorki, Isaak Babel, Vladimir Iljic Lenin, Leo Trotzki, Wladimir Majakowski, Ilja Ehrenburg.

Da es am 10. Mai teilweise zu schweren Regenfällen kam, musste in einigen Städten die Aktion verschoben werden; bis zum 19. Mai fanden acht weitere Bücherverbrennungen statt auch in Schwerin, wo am Pfingstsonntag 1933 auf einer schwimmenden Insel auf dem Pfaffenteich Bücher verbrannt wurden.

Das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin erinnert in diesem Jahr in Kooperation mit den Schweriner Höfen am 10. Mai an diese Ereignisse.

Schwerinerinnen und Schweriner lesen in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Brunnenhof der Schweriner Höfe aus Büchern der damals von den Nazis verbotenen Autoren.

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