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14.05.2016, 12:14 Uhr  //  Stadtgeschehen

„Ich will auch Kollegin sein!“ - 12. Aktionstag in Schwerin

„Ich will auch Kollegin sein!“ - 12. Aktionstag in Schwerin
 Agentur für Arbeit Schwerin/ML (Bild) + (Text) // www.snaktuell.de


Schwerin - „Ich heiße Sie herzlich willkommen – als Fachkräfte von morgen.“ Eine schönere Begrüßung hätte Hans Thon, Präsident der IHK zu Schwerin, den mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 8. Aktionstages zum beruflichen Wiedereinstieg kaum widmen können. Allein über 2000 alleinerziehende Frauen und Männer suchen in Westmecklenburg Arbeit und wollen wieder im Job Fuß fassen. Dafür stehen die Chancen besser denn je, betonte der Chef der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow. „Wir verzeichnen etwa 4500 offene Stellen zur Zeit. Die gestiegene Anzahl an teilnehmenden Unternehmen am Aktionstag zeigt, wie begehrt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind. Als dreifacher Vater weiß ich darum, wie schwer es manchmal erscheint, Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen. Vor allem Mütter müssen sich dabei besonderen Herausforderungen stellen. Dabei stehen Agentur und Jobcenter Ihnen gern mit einer großen Zahl an Hilfeangeboten zur Seite.“

Genau diese Angebote hat Marlies Reiher, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Bundesagentur in Schwerin, als eine der Organisatoren des diesjährigen Aktionstages erneut vereint. 25 Aussteller und Partner haben ihre Unterstützung auf dem Weg zurück in den Job angeboten – von familienunterstützenden Leistungen über Weiterbildung und Bewerbungsmanagement bis hin zu Arbeitgebern. Sie warben für gute Perspektiven in unterschiedlichen Branchen – von der Pflege, über Dienstleistungen bis hin zum Handwerk. Mit dabei hatten sie zahlreiche Offerten, die insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen und den Wiedereinstieg mit einem großen Maß an Individualität gestalten. Ein Beispiel ist das IMBSE-Institut, bei dem sich Cordula Siefke informierte. Die 28-Jährige ist nach ihrem Studium der Ernährungswissenschaft sowie Ernährungs- und Verbraucherökonomie noch in Elternzeit. „Ich bin bereit für eine berufliche Tätigkeit. Aber womit fange ich an? Kita-Platz, Bewerbung, vielleicht erst ein Praktikum…? Da gibt es viel zu überdenken“, so die Schwerinerin. Gemeinsam mit Projektmanagerin Nicole Leibinger vom IMBSE-Institut ging sie Möglichkeiten für den Einstieg durch: individuelles Coaching, Fortbildungsangebote via Internet, Hilfe bei Kita-Platzsuche und Bewerbung – „unsere Begleitung zielt darauf ab, gemeinsam den Weg in die Beschäftigung zu gehen. Die Anforderungen müssen realistisch sein und zur persönlichen Situation passen. Damit die Arbeit dann auch Spaß macht. Wir ziehen an einem Strang, damit es passt“, sagte Nicole Leibinger. Aus Erfahrung weiß sie, dass Frauen durchaus Ansprüche haben: Liebevolle Mutter, Ehefrau, Freundin – das reicht den meisten nicht. Sie wollen auch Kollegin sein und sich bei der Arbeit beweisen.“

Endlich wieder arbeiten, damit die kleine Tochter eine gute Zukunft haben wird, das möchte auch Lydia Appan aus Ghana. Verschiedene Umstände zwangen sie, ihre Heimat zu verlassen. Vor zwei Jahren kam sie nach Deutschland. Die gelernte Krankenschwester, die auch Busfahren kann, lotete mit Unterstützung ehrenamtlicher Begleiter und Übersetzer die Chancen aus, die sich ihr beruflich in Schwerin bieten. „Es ist gut, eine Orientierung zu bekommen. Hier finde ich unterschiedliche Ansprechpartner an einem Ort, das macht es für mich viel einfacher“, so die Afrikanerin. Die Suche nach dem neuen Arbeitsplatz wurde begleitet von begehrten Tipps zum Styling, für die richtige Frisur oder die Bewerbung. So konnten vor allem die Mütter und einige Väter in Ruhe Gespräche führen.

„Ich möchte alle, die eine Beschäftigung suchen, ermuntern, sich gern auch nach dem Aktionstag bei ihren Arbeitsvermittlern oder im Jobcenter über unsere Dienstleistungsangebote zu  informieren. Um den massiven Fachkräftemangel zu überwinden, brauchen wir jeden auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem junge Eltern bringen nach ihrer Auszeit eine Menge besonderer Kompetenzen im sozialen Bereich mit. Diese Erfahrungen sind bei Arbeitgebern sehr gefragt“, so Marlies Reiher abschließend.

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