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29.07.2016, 13:49 Uhr  //  Kultur

Jean-Yves Thibaudet: Klavierrezital in der Schelfkirche Schwerin

Jean-Yves Thibaudet: Klavierrezital in der Schelfkirche Schwerin
 Decca Kasskara (Bild) Ilka von Bodungen (Text) // www.snaktuell.de


Schwerin - Der französische Pianist Jean-Yves Thibaudet wird von der Presse gelobt als „eines der faszinierendsten Talente unserer Zeit“, und sein Spiel besticht durch Ausdrucksstärke, eine brillante Technik und üppige Klangfarben. Zu Gast in der Reihe „Meisterpianisten“ präsentiert er in der Schweriner Schelfkirche am Sonntag, den 7. August um 16:00 Uhr neben den berühmten „Kinderszenen“ von Schumann auch Ravels „Pavane pour une infante défunte“ und „Miroirs“, die zu den Schlüsselwerken des französischen Impressionismus zählen. Vor dem Konzert können sich die Besucher um 14:00 Uhr vom Musikwissenschaftlicher und Schumann-Experten Dr. Matthias Wendt in das Programm einführen lassen.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung der Stadtwerke Schwerin GmbH statt. Für das Konzert gibt es noch Karten zum Preis von 42 Euro, 32 Euro und 22 Euro (sowie 5 Euro für die Konzerteinführung) unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 5918585, an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Tageskasse, die um 13:30 Uhr öffnet.

Die Kinderszenen op. 15 komponierte Robert Schumann im Frühjahr 1838. Die einzelnen Stück gleichen Momentaufnahmen, und doch steht keines von ihnen für sich da. Vielmehr sind sie durch motivische Verwandtschaften und Tonartenverhältnisse in ein Netz von Beziehungen eingebunden. In nur vier Tagen schrieb Schumann die Sonate Nr. 1 a-Moll für Klavier und Violine op. 105. Bevor das dreisätzige Stück im März 1852 in Leipzig uraufgeführt wurde, spielten Schumanns Frau Clara, bekanntlich eine versierte Konzertpianistin, und der Geiger Joseph von Wasielewski die Sonate im Oktober 1851 im privaten Kreis. Die „Pavane  pour une infante défunte“ zählt zu den bekanntesten Schöpfungen Ravels und entstand Anfang 1899. Neben der Originalfassung für Klavier, gibt es auch eine Fassung für Orchester. Ravel galt zu Lebzeiten und gilt bis heute als einer der Komponisten, der für die Pianisten dieser Welt einige der schwersten, aber schönsten Werke für das Instrument Klavier geschaffen hat. In den Jahren 1904 und 1905 schuf Ravel eines seiner Hauptwerke, die „Miroirs“ – fünf kurzweilige „Spiegelbilder“, mit denen sich der Komponist aus den impressionistischen Zwängen seiner Zeitgenossen zu befreien suchte.

Jean-Yves Thibaudet, dessen musikalisches Genie ihn seit über 30 Jahren um die ganze Welt führt und in mehr als 50 Alben dokumentiert ist, besitzt eine musikalische Tiefe und natürliche Ausstrahlung, die ihn zu einem der begehrtesten Solisten der heutigen Zeit machen. In der Saison 2015/16 hatte er drei Residencies: beim Royal Concertgebouw Orchester, bei der Seattle Symphony und an der Colburn School of Music. In Colburn betreute er die nächste Generation junger Musiker, gab Meisterkurse und trat zusammen mit seinen Studenten auf. Thibaudet war Solist der Oscar- und Golden-Globe-prämierten Filmmusik von „Abbitte“, dem Oscar-nominierten Film „Stolz und Vorurteil“ sowie von „Extremely Loud & Incredibly Close“. Im Jahre 2010 ehrte die Hollywood Bowl Thibaudet für seine musikalischen Leistungen und Erfolge durch die Aufnahme in ihre Hall of Fame. Außerdem verlieh das französische Kultusministerium ihm im Jahr 2012 den dem „Chevalier“ folgenden Titel „Officier des Ordre des Arts et des Lettres“.

Die Schweriner Schelfkirche ist die heute einzige stilreine Barockkirche Westmecklenburgs. Sie wurde von 1708 bis 1713 nach Plänen von Jakob Reutz erbaut und war Nachfolger der um 1238 gestifteten Kirche St. Nikolai. Der gotische Vorgängerbau wurde um 1705 abgetragen, weil er offenbar sehr baufällig war: Ein Sturm hatte zwei Jahre zuvor seinen Turm umgerissen. Außerdem war er wohl für die neu geplante Stadtanlage der Schelfstadt zu klein und zu wenig repräsentativ. Die Grundform der Schelfkirche ist ein Kreuz mit stark abgekürztem Fuß und vorgesetztem Turm im Westen. In der Gruft ruhen Mitglieder des großherzoglichen Hauses Mecklenburg-Schwerin, darunter die 1735 verstorbene Sophie Luise, Königin von Preußen.

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