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14.08.2016, 20:05 Uhr  //  Sport

Erstes Heimspiel endet mit einem Spektakel

Erstes Heimspiel endet mit einem Spektakel
 Carsten Darsow (Bild) FCM/Jano Tandler (Text) // snaktuell.de


Schwerin - Wenn man vor dem Spiel ein Unentschieden hätte mitnehmen können, jeder wäre wohl damit konform gegangen. Nach knapp 93 gespielten Minuten können sich die Schweriner Fußballer zwar durchaus ärgern, aber auch stolz sein auf die gezeigte Leistung gegen ein Spitzenteam der NOFV-Oberliga Nord.

Der Rahmen zu diesem Spiel war außerordentlich gut. Das Geläuf präsentierte sich in einem wunderbaren Zustand, es war also eine Freude für jeden Kicker, auf diesem Rasen spielen zu dürfen. Zum Einlauf durften die Kinder und Jugendliche des diesjährigen Sommer-Kickercamps des FC Mecklenburg Schwerin ihren Auftritt feiern. An die Hände der Spieler genommen, konnten sie sich kurz dem Publikum präsentieren. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Kids sowie deren Eltern für die Unterstützung zum ersten Heimspiel der Oberliga.

Die Zehlendorfer waren nach dem mageren Remis im Auftakt gefordert, drei Punkte aus Schwerin zu entführen. Zu Beginn wurde der Ball gefällig durch die Reihen gespielt und erste Annäherungsversuche auf das Tor waren die Folge. Der FCM stand kompakt und hatte sich auf die Fahnen geschrieben, mit schnellen Umschaltspiel zu Tormöglichkeiten zu kommen. Dass gleich die erste richtige Chance ein Treffer war, konnte so auch niemand erwarten. Der Ball wurde schnell über das Zentrum auf die Außenbahnen gespielt. Thomas Friauf setze zum Sprint an und sah in der Mitte den freistehenden Tino Witkowski. Mustergültig bedient, brauchte er aus knapp 7 Meter nur noch ins Eck schieben. Der Jubel im Lambrechtsgrund war groß – hielt allerdings nur knapp 2 Minuten. Fast im direkten Gegenzug landete das Spielgerät im Strafraum der Schweriner. Fast wie im Ping Pong wechselte sich der Ballbesitz zwischen Heim und Gast ab, bis am Ende dieser Kette der Zehlendorfer Gakpeto glücklich an den Ball kam und den Ausgleich markierte. Wer nun dachte, dass die Schweriner sich hängen lassen, sah sich schnell getäuscht. Es ergaben sich weiter perfekte Kontergelegenheiten. Gerade Evgeni Pataman wurde nun zum wichtigsten Spieler der ersten Halbzeit. Gekonnt in Szene gesetzt dribbelte die Nummer 9 in den Strafraum, sah den freien Tino Witkowski. Dieser hatte an der Strafraumgrenze keinen direkten Gegenspieler und konnte Maß nehmen. Sein Flachschuss in die linke untere Ecke war für den Keeper nicht zu halten. In den ersten 15 Minuten konnten nun schon 3 Tore bestaunt werden, wie sollte das nur weiter gehen?

Die Zuschauer bekamen weiterhin für ihren Eintritt tollen Fußball geboten. Die Zehlendorfer waren auf eine Reaktion bedacht, doch die Schweriner ließen kaum etwas zu und waren wieder über blitzschnelle Konter gefährlich. Wieder mal wurde Pataman auf die Reise geschickt, er drang in den Strafraum ein, war schon an Gegner vorbei, der ihm nur noch in die Hacken laufen konnte. Trotz aller Proteste der Berliner zeigte der gut leitende Schiedsrichter,  Sirko Müke aus Calbe, auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Schweriner Kapitän Christopher Kaminski sicher. Das konnte dem Zehlendorfer Trainer Markus Schatte nicht gefallen und somit war der erste Wechsel im Spiel fällig. Der quirlige Berkan Taz wurde eingewechselt und sollte später noch für Furore sorgen. Zunächst waren die Schweriner aber wieder gefragt. Aus einem Konter heraus kam der Ball zu Pataman, der spielte zu Felix Michalski und dieser sah den einlaufenden Thomas Friauf. Humorlos und trocken – Marke Tor des Monats – fasste er sich ein Herz, zog direkt ab. Der Ball war für den Keeper nicht zu halten. Kurz vor der Pause also das 4:1 für den Aufsteiger aus der Verbandsliga. Dabei hatten die Berliner noch Glück, denn Paul Stubbe’s Schuss, der wieder ein tolles Spiel im defensiven Mittelfeld machte, drehte sich knapp am rechten Pfosten vorbei.

Nach der Pause hatten sich die Gäste viel vorgenommen und das war direkt zu spüren. Nach nicht mal 30 Sekunden fiel der 4:2 Anschlusstreffer durch Faton Ademi. Dieser wurde vor zwei Wochen vom Regionalligaaufsteiger Lok Leipzig verpflichtet. Die Schweriner zeigten sich etwas überrascht und ungeordnet in der Defensive. Die Zehlendorfer witterten nun Morgenluft und drangen auf den nächsten Treffer. Es ergaben sich vorerst keine Kontermöglichkeiten mehr. Ab der 53. Spielminute spielten die Berliner sogar in Unterzahl, da Maximilian Obst mit Gelb-Rot vom Platz flog. Doch nun zeigte sich die Stärke der Gäste. Unbeeindruckt vom Platzverweis spielten diese auf den nächsten Treffer. Und der sollte auch kommen. Der in der ersten Halbzeit eingewechselte Berkan Taz bekam im Strafraum den Ball durchgesteckt und konnte zum 4:3 verkürzen. Nun zeigte sich die ganze Erfahrung von der Gästemannschaft und die FCM-Kicker zahlten jetzt etwas Lehrgeld. Die Kraft ließ nach und erneut bekam Neuzugang Ademi den Ball durch die Mitte zugespielt, der ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte zum 4:4 Ausgleich. Doch am Ende hätte es vielleicht noch den Lucky Punch für den FCM geben können. Einmal chippte nach einem Konter Pataman den Ball auf den freistehenden Collins Abiola Florarin, der unter der Woche verpflichtet wurde, doch sein Kopfball vor dem Zehlendorfer Torwart. Hier fehlten nur wenige Zentimeter zum Siegtreffer. Mit dem Schlusspfiff ergab sich nach einer Ecke die nächste und letzte Möglichkeit. Ein Versuch von Christopher Kaminski streichelte sogar am Aluminium.

Am Ende ein leistungsrechtes 4:4 Unentschieden. Abschließend lässt sich sagen, dass die erste Halbzeit dem FCM gehörte und die Zweite den Gästen aus den Süden Berlins. Nun stehen also vier Punkte nach zwei absolvierten Partien auf der Habenseite der Landeshauptstädter. Ein Ergebnis, dass sich für einen Aufsteiger in dieser Spielklasse durchaus sehen  lassen kann. Nun ist erstmal Pause angesagt und am 28. August 2016 geht es dann im Auswärtsspiel beim SV Altlüdersdorf weiter. Knüpfen die Schweriner an der Leistung von heute an, ist auch dort einiges möglich.

FCM: Rohde – Wandt, Kaminski, Popov, Laudan – Friauf (49. Schmal), Bohmann, Stubbe, Pataman – Michalski,  Witkowski (64. Folarin)


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