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23.11.2016, 17:57 Uhr  //  Ratgeber

Weitere Nutztierbestände von Vogelgrippe betroffen - Was Sie wissen sollten

Weitere Nutztierbestände von Vogelgrippe betroffen - Was Sie wissen sollten
 Pixabay/Tookapic (Bild) Landesregierung (Text) // www.snaktuell.de


Vogelgrippe - Die Geflügelpest hat sich in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend ausgebreitet. Inzwischen hat das Virus alle Landkreise erfasst. Nutztierbestände sind bislang allerdings nur in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald betroffen. Mit Stand von heute wurden in M-V sieben Ausbrüche der Geflügelpest durch das hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N8 und zwei weitere Fälle durch niedrigpathogene aviäre Influenzaviren des Subtyps H5 festgestellt. Alle Fälle traten in kleinen Geflügelhaltungen und in einem kleinen Tierpark auf der Insel Rügen auf.

Zudem konnte das hochpathogene H5N8-Virus hierzulande bei 109 Wildvögeln im Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt werden. Im Ergebnis mussten in 30 Fällen Restriktionszonen eingerichtet werden. Täglich gehen weitere Wildvögel zur Diagnostik ein.

„Auch wenn wir bislang erfolgreich verhindern konnten, dass das H5N8-Virus auf große Nutztierbestände übergreift, so ist die Verunsicherung in der Bevölkerung verständlicherweise groß, nicht nur bei den Tierhaltern. Bürgerinnen und Bürger, die Fragen zu Restriktionsgebieten in ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt und den damit verbundenen Auflagen haben, bitte ich, sich an das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu wenden. Diese richten auf der Grundlage der Geflügelpest-Verordnung des Bundes Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete ein und ordnen nach dieser Verordnung die erforderlichen tierseuchenrechtlichen Maßnahmen an. Insoweit können fachkundige Auskünfte von diesen Ämtern erteilt werden“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Konkret werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

• Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügel haltenden Betrieben, auch Kleinstbetrieben, einschließlich Schuh- und Kleidungswechsel, Desinfektionsmaßnahmen

• Risikobasierte Einschränkung der Freilandhaltung (Aufstallung) von Geflügel (mindestens in Regionen mit hoher Wildvogeldichte, hoher Geflügeldichte, in der Nähe von Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen oder an bestehenden HPAIV H5N8 Fundorten)

• Aufstallung von Zoovögeln soweit möglich, Zugangsbeschränkungen zu Vogelhäusern/Vogelschauen

• Keine Kontaktmöglichkeit von Geflügel in Freilandhaltungen mit natürlichen Gewässern

• Meldung verendeter oder kranker Wildvögel an die zuständige Veterinärbehörde

• Verstärkte Untersuchung von Geflügelhaltungen; bei Hühnervögeln vermehrt klinische Untersuchung, bei Gänsen und Enten PCR-Untersuchungen von kombinierten Rachen- und Kloakenproben gemäß den gesetzlichen Vorschriften

• Verstärkte Untersuchung insbesondere von verendeten oder am Wasser lebenden Wildvögeln auf aviäre Influenzaviren (passives und aktives Wildvogelmonitoring, letzteres insbesondere über Kotproben aus der Umwelt)

• Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild in Berührung gekommen sind, zu Geflügel, ggf. Jagdverbot auf Federwild

• Vermeidung des direkten Kontakts von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln

• Überprüfung der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnahmen und Aktualisierung der Pläne, soweit erforderlich
Friedrich

Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich  
 
Bei den aktuellen Ausbrüchen von hochpathogener aviärer Influenza (Geflügelpest) bei Wildgeflügel wurde ein Virus vom Subtyp H5N8 festgestellt. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.  
 
Für die Übertragung anderer Subtypen (H5N1, H7N9) aviärer Influenzaviren von Vögeln auf den Menschen waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege. Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden.  
 
Dabei gelten folgende allgemeine Hygienevorschriften:  
 
• Rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden

• Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen 

• Verpackungsmaterialien, Auftauwasser u.ä. sofort entsorgen 

• Hände mit warmem Wasser und Seife waschen 

• Geflügelspeisen gründlich durchgaren. Das bedeutet, dass für mindestens 2 Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss. 

• Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, d.h. je nach Größe für mindestens 6 Minuten.  
 


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