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18.11.2019, 21:25 Uhr  //  Stadtgeschehen

Roter Panda Polly zur CT-Untersuchung in der Helios Klinik

Roter Panda Polly zur CT-Untersuchung in der Helios Klinik
 Zoologischer Garten Schwerin gGmbH (Bild) + (Text) // snaktuell.de


Schwerin - Der Rote Panda Polly war am Freitag wegen Gewichtsverlustes und einem auffälligen Gesamtzustand zur Computertomografie in den Helios Kliniken Schwerin.

„Wir sind erleichtert!“, freut sich Schwerins Zoodirektor Dr. Tim Schikora, nachdem der Chefarzt der Radiologie Dr. Karten Alfke das Ergebnis verkündete. „Panda Polly zeigt keine Auffälligkeiten, bösartige Veränderungen an den Organen oder Ähnliches können ausgeschlossen werden. Lediglich eine kleine Wucherung an der Nase ist auszumachen“, so der Radiologe und freut sich dem Roten Panda und dem Zoo geholfen zu haben.

Polly wurde im Frühjahr auffällig, da sie deutlich an Haarverlusten litt. Letztlich konnte das mittelgroße Raubtier durch ihre Tierpfleger auf der großen, mit Bäumen bewachsenen Anlage, eingefangen werden. Deutlich geschwächt und mit sehr geringem Gewicht. Eingeleitete Untersuchungen beim Tierarzt führten jedoch zu keinem Ergebnis. So konnten nach Röntgen, Blut- und Kotuntersuchungen keine konkreten Ursachen aufgedeckt werden. Lediglich verdickte Lymphknoten wurden festgestellt. Darauf verblieb die Pandadame zur weiteren Kontrolle in einer kleineren, separaten Anlage. Hier konnte genau beobachten werden, ob und wie gut sie frisst und wie sie sich gesundheitlich entwickeln würde.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Zustand zu einem Besseren. Polly war aktiv, fraß gut, das Fell wuchs wieder besser. Allerdings blieb sie weiterhin sehr mager. Um schwerwiegende, organische Erkrankungen ausschließen zu können, nahm der Zoo Kontakt zu den örtlichen Helios Kliniken und der Radiologie auf, vermittelt durch den ehemaligen Oberarzt der Radiologie, den heutigen Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier.  Das Einverständnis des Chefarztes kam schnell und so stand der heutige Termin zur Vorstellung und Untersuchung im CT binnen weniger Tage fest.

Gegen 15 Uhr wurde Polly im Zoo in Narkose gelegt und zunächst in die Tierklinik Schwerin gefahren, wo der erfahrene Zoo-Tierarzt Dr. Gerd Ricker zur Vorbereitung auf die folgende Behandlung zwei Venenzugänge legte. Von dort ging es weiter zur Klinik, wo bereits das Klinikteam neben reichlichen Medienvertretern auf die rothaarige Patientin wartete.

Nach knapp zwei Stunden war die Prozedur bereits beendet und Polly wieder auf dem Weg zurück in den Zoo, wo sie, kaum war die Transportbox geöffnet, schon wieder wach und munter den nächsten Kletterast in ihrem Übergangsgehege erklomm. „Bis morgen früh wird sie sich wieder erholt haben, etwas fressen. In den nächsten Tagen besprechen wir, wie wir mit dem Befund an der Nase umgehen wollen. Wenn eine Behandlung notwendig ist, werden wir das noch machen, spätestens danach kann Polly wieder auf ihre eigentliche Anlage, zurück zu Leo“, prognostiziert der Zoodirektor. „Wir gehen dann davon aus, dass sie an sich gesund und einfach ein eher schlanker Typ ist“.

Rote Pandas gelten in ihrem Fortbestand als stark gefährdet und sind ursprünglich im östlichen Himalaya und Südwest-China verbreitet. Dort verbringen sie ihre Tage schlafend auf Astgabeln und in Baumhöhlen. Die Zahl an wildlebenden Tieren wird auf weniger als 10.000 geschätzt. Rote Pandas ernähren sich hauptsächlich von Bambus, aber auch Wurzeln, Beeren, Früchte und Nüsse werden gerne gefressen und gelegentlich auch mal ein Vogelnest ausgeräubert. In der Wildnis haben sie eine Lebenserwartung von 9-10 Jahren. In zoologischen Einrichtungen hingegen können sie dank guter Pflege und medizinischer Versorgung deutlich älter werden.

Obwohl die Tiere als Einzelgänger gelten, leben Polly (5 Jahre) und Leo (4 Jahre) stets gemeinsam in ihrer Anlage, die sie sich zudem mit Eurasischen Fischottern teilen. Im Übrigen ist Leo von dem geschehen sehr unbeeindruckt. Er verbringt wie gewohnt den größten Teil des Tages auf seinem Lieblingsbaum, wenn es nicht gerade darum geht, sich seine Ration Bambus abzuholen.

Das Zooteam dankt den Helios Kliniken, Dr. Alfke und seinem Team für die unkomplizierte Unterstützung bei dieser ungewöhnlichen Patientin.


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