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19.12.2019, 18:14 Uhr  //  Stadtgeschehen

Erster E-Bus für Schwerin

Erster E-Bus für Schwerin
 maxpress/Mulsow (Bild) + (Text) // snaktuell.de


Schwerin - Bis zum Jahr 2050 will Schwerin die CO2-Emissionen auf Null senken und damit CO2-neutral werden. Mit der Einführung von elektrisch betriebenen Bussen geht der Nahverkehr Schwerin nun mit gutem Beispiel voran. Drei der insgesamt acht beim Land beantragten Fahrzeuge werden schon bald ihre Fahrt aufnehmen. Dafür fand am 19. Dezember im Beisein des NVS-Aufsichtsrats und Vertretern aus Politik und Wirtschaft die feierliche Übergabe des ersten E-Busses statt.

„Sauberer ÖPNV” (öffentlicher Personennahverkehr) ist Teil eines umfangreichen Klimaschutzkonzepts der Stadt – und ein nun wahr gewordener Traum von NVS-Geschäftsführer Wilfried Eisenberg: „Elektromobilität im Schweriner ÖPNV bedeutet nachhaltige Energieerzeugung für unsere Straßenbahnen und zukünftig elektrisch fahrenden Busse. Wir starten mit drei batteriebetriebenen Fahrzeugen als Standardbusse. Es folgen fünf batteriebetriebene Gelenkbusse und zukünftig wird auch die Brennstoffzelle mit nachhaltig erzeugtem Wasserstoff in Schwerin Elektrobusse bewegen. Die Stückzahlen sind klein, denn wir wollen lernen, Erfahrungen sammeln und sicheren und ordnungsgemäßen Betrieb machen.”

Schließlich ist es mit dem simplen Austausch der Busse noch lange nicht getan. „Man kauft ein komplett neues System, dem ein Umdenken folgen muss. Das bedeutet, dass durch dieses Projekt nicht nur im Bereich Technik, Werkstätten und Infrastruktur weitreichende Anpassungen vollzogen werden müssen. Auch eine andere Herangehensweise bei der Planung und Erstellung von Fahrzeugumläufen sowie bei der Arbeit und den Aufgaben der Leitstelle ist erforderlich“, sagt Werkstattleiter Mathias Kühnel.

Um die Batterie des E-Busses eCitaro mit Energie zu füttern, wird der Bus mittels Stecker auf dem Betriebshof Haselholz und künftig auf der Busabstellfläche am Hauptbahnhof geladen. Mit dieser Ladestrategie können Strecken von über 170 Kilometern erreicht werden. Bereits im Januar dieses Jahres wurde die Nutzung eines E-Busses im realitätsnahen Alltagsbetrieb erfolgreich getestet.

Auch Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier freut sich über den baldigen Einsatz der E-Busse: „Das ist nicht nur ein großer Tag für den Nahverkehr, sondern auch für Schwerin. Mit dem E-Bus sind wir Vorreiter im Land Mecklenburg-Vorpommern. Darauf können wir mächtig stolz sein.”

Gemeinsam mit NVS-Geschäftsführer Wilfried Eisenberg, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gert Rudolf und André Herrmann von Mercedes Benz durchschnitt er die symbolische Schleife zur Übergabe des E-Busses.

Daten zum vorgestellten eCitaro:
• Länge des Busses: 12 m, genau 12.135 mm (Standardbus)
• Breite des Busses: 2,55 m / 2,95 m über Spiegel
• Höhe des Busses: 3,40 m
• 3 Türen
• erstmalig in Schwerin: Klimaanlage für die Fahrgäste
• weitere auffällige Änderungen: Innendesign mit neuen Sitzpolstern und neuem Fußbodenbelag
• Ausrüstung mit den verfügbaren Assistenzsystemen: Abbiegeassistent, Notbremsassistent
• Als Energiespeicher kommen Li-NMC-Akkus (Lithium-Nickel-Mangan-Cobald-Akkus, auch Lithium-Ionen-Batterien genannt) zum Einsatz
• Besonderheit der Schweriner E-Busse: Zwölf Batteriepacks anstelle der bisher standardmäßig bis zu zehn beim eCitaro verbauten Batteriepacks = Erhöhung der Reichweite um 20 Prozent; Kapazität der Schweriner eCitaros: 292 kWh
• Die Reichweite beträgt mindestens 170 km
• Die Aufladezeit ist abhängig von der Ladeleistung, zum Beispiel bei Schnellladung mit 130 kW und maximal zu ladender Batterie knapp drei Stunden
• Laden der Busse mittels Stecker auf dem Betriebshof Haselholz und künftig auf der Busabstellfläche am Hauptbahnhof
• Preis je Bus: 688.000,00 Euro; somit etwa doppelt so teuer wie vergleichbare Dieselbusse
• Förderung von 40 Prozent der Mehrkosten durch das Land MV
• Weiterhin Förderung der erforderlichen Infrastruktur in Höhe von 75 Prozent durch das Land MV – hierzu gehören zwei mobile Ladegeräte (vorgestellt mit dem E-Bus), im Weiteren im kommenden Jahr die Errichtung eines Dacharbeitsstandes im Werkstattbereich sowie von stationären Ladepunkten (deren konkrete Preise stehen erst nach abgeschlossenem Ausschreibungsverfahren fest)
• Anfang 2020 beginnen die Schulungen und Einweisungen der Mitarbeitenden, aber zum Beispiel auch der Rettungskräfte. Auf Grund der ständig unter Spannung stehenden Hochvoltanlagen der Busse dürfen nur unterwiesene Personale mit oder an diesen Fahrzeugen arbeiten.
• Nach erforderlichen ausführlichen Test- und Schulungsfahrten werden die Busse dann im Frühjahr im Liniendienst zum Einsatz kommen.


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