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09.10.2013, 18:50 Uhr  //  Stadtgeschehen

Fast jedes 2. Kind putzt mit falscher Zahnpasta

Fast jedes 2. Kind putzt mit falscher Zahnpasta
 KKH (Bild) + (Text) // www.snaktuell.de


Schwerin - Die überwiegende Mehrheit der Deutschen (71 Prozent) putzt sich mindestens zweimal täglich die Zähne. Das ergab eine aktuelle forsa-Umfrage* unter 1020 Personen im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Jede vierte Frau greift sogar noch häufiger im Laufe des Tages zu Zahnbürste und Zahnpasta, bei den Männern ist es hingegen nur knapp jeder Achte, der öfter als zweimal seine Zähne putzt. Neun Prozent aller Befragten beschäftigen sich laut der Umfrageergebnisse nur einmal am Tag mit der Zahnpflege: sechs Prozent nur morgens, drei Prozent nur abends.

Dass Zähneputzen Karies verhindert, weiß sprichwörtlich jedes Kind. Doch nicht immer verwenden die Kleinen auch die richtige Zahnpasta. Wie die KKH anhand der Umfrage herausgefunden hat, putzt fast jedes zweite Kind zwischen drei und 12 Jahren (44 Prozent) mit normaler Zahnpasta die Zähne und nicht mit spezieller Zahncreme für Kinder. Mehr als jedes dritte Kind (37 Prozent) verwendet diese Erwachsenen-Zahnpasta regelmäßig, sieben Prozent putzen sowohl mit normaler als auch mit Kinder-Zahnpasta.

Dabei kann normale Zahnpasta für Kinderzähne dauerhaft schädigend sein. In diesen herkömmlichen Produkten liegt der Fluoridgehalt bei bis zu 1500 ppm (parts per million), das heißt 1500 Milligramm Fluorid pro Kilogramm Zahnpasta. Dieser Fluoridgehalt ist viel zu hoch für Kinderzähne. Die Folge: Es können sich weiße oder braune Flecken auf dem Zahnschmelz bilden (dentale Fluorose), die ein Leben lang sichtbar sind. Eltern sollten deshalb immer altersgerechte Zahnpasta für ihre Schützlinge kaufen. Für Kinder unter sechs Jahren wird ein Fluoridgehalt von 500 ppm empfohlen. Kinder über sechs Jahren verwenden am besten Produkte mit mindestens 1000 ppm, diese Zahncremes sind im Regal bei Junior-Zahnpasta zu finden. Kinder ab 12 Jahren dürfen normale Zahnpasta verwenden.

Beim Einkauf von Zahnpasta wird am wenigsten auf das Kleingedruckte mit der Auflistung der Inhaltsstoffe geachtet. Nur ein Viertel der Erwachsenen beschäftigt sich laut der Umfrage intensiver mit der Aufschrift auf der Verpackung von Zahncreme. Die Mehrheit (50 Prozent) kauft Zahnpasta vor allem wegen einer speziellen Wirkung, wie zum Beispiel für besonders weiße Zähne, gut fürs Zahnfleisch oder gut zur Kariesprophylaxe. Die ältere Generation (50 bis 70 Jahre) vertraut vor allem einer bestimmten Marke (42 Prozent). Bei den Jüngeren (18-29 Jahre) bestimmt auch der Preis maßgeblich die Kaufentscheidung (43 Prozent). Jeweils 29 Prozent aller Befragten berücksichtigen beim Kauf außerdem die Empfehlungen ihres Zahnarztes oder bevorzugen eine bestimmte Geschmacksrichtung wie z.B. Minze-, Kräuter- oder Fruchtgeschmack. Frauen sind offenbar wählerischer beim Kauf von Zahnpasta: Sie achten häufiger auf eine spezielle Wirkung (59 Prozent) oder befolgen die Empfehlung ihres Zahnarztes (36 Prozent).

Grundsätzlich machen drei Inhaltsstoffe eine gute Zahnpasta aus: der Fluoridgehalt, die Putzwirkung durch schmirgelnde Teilchen sowie schäumende Stoffe, die die Essensreste einfangen und entfernen. Die Reinigungswirkung ist von der Wahl der Putzkörper und deren Abrasivität (=RDA Wert) abhängig. Bei Zahnpasten für empfindliche Zähne ist der Anteil solcher abrasiver Stoffe meist reduziert, bei sogenannten Raucherzahnpasten oder Zahncremes für besonders weiße Zähne sind diese Anteile erhöht. Sie enthalten meist größere Schleifkörper, die die Verfärbungen auf der Zahnoberfläche entfernen. In Verbindung mit falscher Putztechnik (Schrubben) besteht jedoch die Gefahr, dass die Zahnsubstanz auf lange Sicht geschädigt wird. Auch freiliegende Zahnhälse können von den schmirgelnden Putzteilchen zu stark angegriffen werden. Deshalb sollte diese Art von Zahncremes nur gelegentlich verwendet werden.

Viele Zahnpasten enthalten außerdem Zusätze, so zum Beispiel Kräuterextrakte. Sie sollen gereiztes Zahnfleisch beruhigen und Zahnfleischentzündungen vorbeugen. Deren Wirkung ist unter Zahnmedizinern allerdings umstritten. Auch Aromastoffe werden der Zahnpasta gern zugesetzt, damit sie beispielsweise durch Minze- oder Fruchtgeschmack einen frischen Atem verleihen. Andere Zahnpasten enthalten zahnmedizinische Arzneimittel-Substanzen, die bei regelmäßiger Anwendung helfen, Entzündungen am Zahnfleisch abzuheilen oder präventiv vorzubeugen. Neue Entwicklungen beinhalten außerdem Zusätze, die die Entstehung von neuem Zahnbelag bremsen können.

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