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02.11.2013, 13:29 Uhr  //  Ratgeber

Igel gefunden – und jetzt?

Igel gefunden – und jetzt?
 cm (Bild) TASSO e.V. (Text) // snaktuell.de


Hattersheim - Drei Viertel aller Igelbabys kommen in den Monaten August und September zur Welt. Derzeit sind daher noch viele kleine Igel unterwegs, um sich für den bevorstehenden Winter ein ausreichendes Fettpolster anzufressen. „Igel brauchen mindestens 500 Gramm Körpergewicht, um den Winter sicher überstehen zu können“, erklärt Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. „Solange die Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt liegen, haben die jungen Stacheltiere im Freien noch Gelegenheit, an Gewicht zuzulegen.“

Wenn die Nahrungstiere der Igel seltener werden, und man einen Igel im Garten hat, kann zugefüttert werden: „Zum Füttern gibt es mittlerweile spezielles Igelfutter im Fachhandel; es eignet sich aber auch Katzenfeuchtfutter vermischt mit Haferflocken oder ungewürztes gegartes Rührei und Hackfleisch. Dazu eine Schale mit frischem Wasser stellen, keinesfalls Milch, da Igel diese nicht vertragen“, empfiehlt Regine Weber von Pro Igel e.V. In diesem bundesweit tätigen Verein haben sich Igelexperten, darunter Wissenschaftler, Tierärzte, Sachbuchautoren und Vorsitzende deutscher Igelschutzvereine, zusammengeschlossen.

Wichtig: Nicht gleich jedes Igelkind anfassen und mitnehmen sondern die Tiere erst einmal eine Zeit lang beobachten, um herauszufinden, ob sie wirklich menschliche Hilfe brauchen. Ausschließlich hilfsbedürftige Igel dürfen mitgenommen, gesund gepflegt, sachgemäß aufgezogen und im Frühjahr wieder ausgewildert werden. Hierfür sollte sich der Finder Hilfe holen, indem er eine Igelstation (z. B. unter www.pro-igel.de), ein Tierheim oder einen Tierarzt kontaktiert. Macht das Stacheltier einen eher kläglichen Eindruck, rollt sich beim Kontakt nicht sofort zusammen, ist auffallend dünn und apathisch oder verletzt, dann sei menschliche Hilfe nötig. „Einen Igel zu Hause zu pflegen und überwintern zu lassen, erfordert Sachkenntnis“, warnt Regine Weber.

Müsse das Tier mit menschlicher Hilfe über den Winter gebracht werden, eigne sich eine möglichst zwei Quadratmeter große, ausbruchsichere Unterbringung, ausgelegt mit Zeitungspapier und einem Schlafhaus. „Igel sind Einzelgänger und sollten daher alleine überwintern“, weiß die Igelexpertin.

TASSO-Tipp: Helfen Sie Igeln generell beim Überwintern, indem Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten: Trockenes Laub oder Reisig auf einem Haufen gesammelt bietet Igeln ebenso ein sicheres Zuhause für den Winter wie ein offener Komposthaufen. Auf den Einsatz von Laubsaugern sollte generell verzichtet werden, da sie neben dem Laub auch die Beutetiere der Igel aufsaugen.

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