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19.08.2014, 07:11 Uhr  //  Kultur

Spitzen-Duo zu Gast in Zarrentin

Spitzen-Duo zu Gast in Zarrentin
 KASSKARA/FelixBroede (Bild) Festspiele Mecklenburg-Vorpommern (Text) // www.snaktuell.de


Zarrentin - Ein Konzert der Spitzenklasse können die Besucher der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag, den 21. August um 19:30 Uhr in der Kirche in Zarrentin erleben. Dort geben der aufstrebende junge Pianist und Preisträger in Residence, Igor Levit und der Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer einen Duo-Abend. Neben den Werken für Oboe und Klavier von Mozart, Schumann und Poulenc steht auch eine Sonate für Englischhorn, einem tieferen Instrument der Oboenfamilie, auf dem Programm. Darüber hinaus ist der Pianist Igor Levit mit zwei Klaviersonaten von Beethoven und Prokofjew zu hören. Für das Konzert gibt es noch wenige vereinzelte Restkarten an der Abendkasse, die eine Stunde vor Konzertbeginn öffnet.

Der intime Charakter der „Drei Romanzen für Oboe und Klavier“ wird schon daran ersichtlich, dass Robert Schumann sie seiner Frau Clara zum Weihnachtsgeschenk machte. Komponiert hatte er die Stücke in nur fünf Tagen, zwischen dem 7. und 12. Dezember 1849. Die Sonate für Englischhorn und Klavier komponierte Poulenc 1962, nachdem er aus dem Exile in der Schweiz zurückgekehrt war. Sie ist die letzte von Poulencs drei Sonaten für Holzblasinstrumente und zudem eines der letzten Stücke, das er vollendete. Er widmete sie dem einige Jahr zuvor  verstorbenen Komponisten-Kollegen Sergej Prokofjew. Entgegen der traditionellen Satzfolge schnell-langsam-schnell, wählt Poulenc für diese Sonate die Form langsam-schnell-langsam.

Albrecht Mayer erhielt zunächst Klavier-, Blockflöten- und Gesangsunterricht, ehe er im Alter von zehn Jahren mit dem Oboenspiel begann. Seine Lehrer waren Gerhard Scheuer, Georg Meerwein, Maurice Bourgue und Ingo Goritzki. Schon in früher Jugend erhielt er Einladungen von verschiedenen Orchestern, bei ihnen mitzuwirken, beispielsweise im European Community Youth Orchestra. Mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, wurde er 1990 Solo-Oboist bei den Bamberger Symphonikern. Zwei Jahre später kam er in gleicher Position zu den Berliner Philharmonikern. Albrecht Mayer, der in aller Welt regelmäßig als Konzertsolist und Kammermusiker auftritt, wirkt auch als Dozent im Rahmen bedeutender internationaler Festivals. Kammermusikalisch musiziert er mit Partnern wie Hélène Grimaud, Leif Ove Andsnes, Lars Vogt und Thomas Quasthoff. Mehrfach wurde Albrecht Mayer mit dem ECHO-Klassik-Preis ausgezeichnet, im Dezember 2006 erhielt er den E. T. A.-Hoffmann-Kulturpreis seiner Heimatstadt Bamberg. Auf der Suche nach seinem persönlichen Klangideal gründete Albrecht Mayer unlängst sein eigenes Ensemble New Seasons. Außerdem engagiert sich der Oboist auch karitativ: Im Oktober 2011 gründete er die Albrecht-Mayer-Stiftung, die die Forschung und Therapieentwicklung für Netzhaut- und Sehnerverkrankungen unterstützt.

Igor Levit spielte 2004 erstmalig in der Reihe „Junge Elite“ bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, die ihm 2012 den WEMAG-Solistenpreis verliehen. 2014 prägt er die Sommersaison des Festivals als Preisträger in Residence mit 21 Konzerten. Geboren 1987 in Nizhni Nowgorod, übersiedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. In der Saison 2013/14 gibt er Debüts mit dem Konzerthausorchester Berlin, dem Royal Scottish National Orchestra und der Königlich Flämischen Philharmonie Antwerpen. Solorezitale führen den Exklusivkünstler von Sony Classical in die Berliner und die Kölner Philharmonie, die Alte Oper Frankfurt, die Queen Elizabeth Hall in London, das Conservatorio Sala Verdi in Mailand sowie die Tonhalle Zürich.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1194 erwähnt Zarrentin als Kirchdorf und gibt erstmals einen Hinweis auf einen dort bestehenden Sakralbau. Reste dieses Gebäudes mit einem Mauerwerk aus Findlingen sind noch am Chor zu sehen. Der romanische Feldsteinbau wurde 1251/52 aufgrund der Ansiedlung des Klosters zur Klosterkirche, blieb jedoch gleichzeitig Pfarrkirche. Diese wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen. Das neue Kirchengebäude wurde in der Folgezeit unter Verwendung romanischer Bauteile im gotischen Stil errichtet. Nach der Säkularisierung 1552 diente die Klosterkirche wieder ausschließlich als Pfarrkirche. Am 14. Februar 1648 stürzte während eines Unwetters der abseits der Kirche stehende Turm ein. 1672 wurde er, nun mit dem Langhaus verbunden, wieder aufgebaut. 1760 wurde der Innenraum barockisierend umgestaltet, 1906 dann mit einer neugotischen Fassung versehen. Mit ihrer besonderen Atmosphäre und guten Akustik war die Kirche in Zarrentin für die Festspiele MV schon immer ein wichtiger Ort für Kammermusik-Konzerte.


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