Schwerin – Offene Wunden versorgen, Verletzte beruhigen und in Sekundenschnelle die richtigen Entscheidungen treffen: Beim Schulsanitätsdienstwettbewerb des DRK-Kreisverbandes Schwerin haben am vergangenen Wochenende mehr als 80 Schülerinnen und Schüler ihr Können gezeigt. Insgesamt 15 Teams aus Schwerin sowie Schulen aus Ludwigslust und Bad Doberan stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbs, der den Alltag eines Ersthelfers möglichst realistisch abbildet.
Nach Blitz und Donner sowie heftigem Regen begann am Samstagmorgen der Schulsanitätsdienstwettbewerb am Gymnasium Fridericianum. Bei der Eröffnung würdigte Jens Leupold, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Schwerin die Arbeit der jungen Schulsanitäter: „Wir sind sehr dankbar, dass wir auf so viele engagierte, kluge und einfühlsame Schüler zurückgreifen können, die sich den schwierigen Erste-Hilfe-Situationen stellen.” Neben Jens Leupold begrüßten auch Thomas Neugebauer, Präsident des DRK-Kreisverbandes Schwerin sowie der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum die Teams.
Die 16 Stationen führten vom Schulgelände durch die Umgebung des Fridericianums bis in die Marienplatz-Galerie und hielten zahlreiche Herausforderungen bereit. Sieben davon waren praktische Wettkampfstationen, an denen die Teams ihr Wissen und ihre Handlungssicherheit unter Beweis stellen mussten. Mal musste eine blutende Wunde versorgt werden, mal galt es, einen verletzten Knöchel zu stabilisieren oder einen Patienten bis zum Eintreffen weiterer Hilfe zu betreuen. Verletzungsdarsteller sorgten mit Kunstblut und Schminke für täuschend echte Szenarien.
An einer Station fanden die Schulsanitäter einen Skateunfall vor. Ein Absatz vom Schuh steckte im Bein der verletzten Frau und auch offene blutende Wunden an den Händen mussten versorgt werden. „Zuerst verschaffe ich mir mit meinem Team einen Überblick über das Unfallgeschehen und wir rufen den Rettungsdienst. Anschließend besprechen wir uns, behandeln die Verletzungen und betreuen die Person, bis der Rettungsdienst kommt”, erläuterte die 15-Jährige Emilia die ersten Schritte. „Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Es ist ein großartiges Gefühl, nach dem man jemandem geholfen hat und man etwas Gutes getan hat”, erzählte die junge Schülerin vom Weststadt-Campus.
An einer anderen Station kam es im Chemieunterricht zu einem Unfall mit verschiedenen Chemikalien. Diese führten zu Verätzungen im Gesicht und Schnittwunden an den Händen. Wer die richtigen Maßnahmen in der passenden Reihenfolge einleitete, konnte wichtige Punkte bei den Schiedsrichtern sammeln. „Welche Situationen die Teilnehmer erwartet, haben wir bewusst nicht vorab bekannt gegeben. So schaffen wir möglichst realistische Bedingungen“, erklärte Jens Leupold. Die Jury des DRK-Kreisverbandes Schwerin achtete dabei auch auf den Umgang mit den Betroffenen und die Zusammenarbeit innerhalb der Teams. „Für die Schüler ist der Wettbewerb eine wichtige Gelegenheit, um ihr gelerntes Wissen bei praxisnahen Situationen anzuwenden und sich ein Feedback zu holen”, betonte Thomas Neugebauer. „Unsere Idee war es, die Erste Hilfe nicht nur mit Jugendlichen und Erwachsenen zu machen, sondern dies auch schon an junge Menschen heranzuführen. Seit dem vergangenen Jahr können Kinder ab der vierten Klasse zur Ersten Hilfe kommen“, ergänzte Jens Leupold.
Zwischen den Wettkampfstationen sorgten verschiedene Mitmachangebote für Abwechslung. Viele der Kinder und Jugendlichen gingen mit spürbarer Anspannung in die Übungen. Schließlich wollten sie ihr Können unter Beweis stellen und möglichst keine Fehler machen. Die zusätzlichen Stationen mit Spiel und Spaß lockerten die Stimmung auf und sorgten dafür, dass neben dem Ehrgeiz auch die Freude nicht zu kurz kam. Darüber hinaus präsentierten sich zahlreiche Aussteller und Organisationen. Die Rettungshundestaffel, der Herzkissenverein, Moredu, die Freiwillige Feuerwehr Wickendorf und das Rote-Liste-Zentrum des Zoos Schwerin gaben Einblicke in ihre Arbeit.
„Ich finde es sehr gut, dass wir an den Schulen junge Schulsanitäter haben, die jeden Tag bereit sind, Hilfestellung zu leisten. Dieses Feedback bekommen wir auch vom Rettungsdienst. Das Highlight für die Schüler ist dann natürlich der jährliche Wettbewerb, bei dem wir wieder eine großartige Unterstützung von Ehrenamtlichen und Eltern hatten“, so Bernd Nottebaum. Bei den 86 ehrenamtlichen Helfern sind 70 Prozent selbst Schulsanitäter gewesen und engagieren sich nun bei dem Wettbewerb. Am Ende konnte sich bei den 5. bis 7. Klassen der Westadt-Campus über den ersten Platz freuen und die meisten Punkte sammeln. Bei der Klassenstufe 8 bis 12 hat das Fridericianum den Pokal gewonnen. Das DRK Schwerin dankte allen Schulsanitätern für ihre Teilnahme sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die das Wochenende ermöglicht und aktiv mitgestaltet haben.
