Schwerin – Der Zoo Schwerin hat sich zum Jahresbeginn von einem ganz besonderen tierischen Botschafter verabschiedet: Der junge Asiatische Löwenkater Santosh hat am Samstag den Zoo Schwerin verlassen und ist in den Zoo Aalborg (Dänemark) umgezogen. Die Abgabe erfolgte im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und ist ein wichtiger Schritt für die langfristige Erhaltung dieser stark gefährdeten Tierart.
Santosh wurde in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 2024 im Zoo Schwerin geboren. In den vergangenen 1,5 Jahren hat er sich hervorragend entwickelt. Gemeinsam mit Mutter Indi integrierte er sich gut ins Rudel und nahm stetig an Gewicht und Größe zu. Er ist gesund, neugierig und hat die letzten tierärztlichen Untersuchungen vor dem Transport gut gemeistert.Zoodirektor Dr. Tim Schikora: „Santosh ist uns in seiner Zeit hier sehr ans Herz gewachsen. Tatsächlich hat er sich schneller entwickelt als unsere bisherigen Nachzuchtkater.“ Bereits seit einigen Wochen habe er sich laut Schikora gegenüber seinem Vater Shapur immer selbstbewusster gezeigt. „Es ist daher nun der passende Zeitpunkt für Santosh, den Zoo Schwerin zu verlassen. Wir sind stolz auf ihn und freuen uns darauf, seine weitere Entwicklung in Aalborg zu verfolgen“, so Schikora.
Darum muss Santosh den Zoo Schwerin verlassen
Der Hintergrund für Santoshs Umzug ist derselbe wie beim Auszug der Kater „Ravi“ und „Tarak“ im Verlauf des Jahres 2025. Wenn die jungen Kater die Geschlechtsreife erlangen, kommt es innerhalb des Rudels zu natürlichen Spannungen. In der Natur würden die Väter die Jungkater vertreiben und diese abwandern. Da dies im Zoo nicht möglich ist, wird im Rahmen des Zuchtprogrammes vorgesorgt, indem langfristig neue Lebensorte in anderen zoologischen Einrichtungen für die Löwen ausgewählt werden. Dort können die Tiere ihr eigenes Rudel gründen und bestenfalls selbst eines Tages Nachwuchs zeugen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass durch die rechtzeitige Abgabe der Kater, Inzucht vermieden wird.
Zoo hat Transport selbst durchgeführt
Den anspruchsvollen Transport von Schwerin nach Aalborg hat der Zoo Schwerin selbst in Absprache mit den Behörden organisiert und durchgeführt. Er wurde durch vertraute Tierpflegende begleitet. Inzwischen ist Santosh wohlbehalten in Aalborg angekommen. Dort warten nach seiner Eingewöhnung bereits zwei Asiatische Löwinnen auf ihn. Das Ziel ist es, dass Santosh in Dänemark selbst Nachwuchs zeugt.
Jede Nachzucht bei Asiatischen Löwen zählt
Asiatische Löwen sind sehr selten. Weltweit existieren nur einige Hundert Individuen. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft die Art als „stark gefährdet“ ein. Die Nachzuchten in Zoos stellen eine stabile Reservepopulation sicher, falls die Bestände in der Natur sich nicht erholen oder sogar weiter abnehmen. Dem Schweriner Zoo kommt mit insgesamt fünf erfolgreichen Nachzuchten seit 2023 im Rahmen des wissenschaftlich koordinierten Zuchtprogramms eine tragende Rolle zu.
