Schwerin – Im Pool-E-Duell der CEV Champions League trennten sich Levallois Paris Saint Cloud und der SSC Palmberg Schwerin nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit mit 3:2. Nach einem starken Start und zwei Satzgewinnen der Gäste aus Deutschland kämpfte sich Paris zurück, gewann auch Satz vier und setzte sich im Tiebreak durch. Beide Teams zeigten spannenden Volleyball und lieferten sich vor knapp 300 Zuschauern einen packenden Schlagabtausch.
Im wegweisenden Duell des Pool E der CEV Champions League ist dem SSC Palmberg Schwerin ein starker Auftakt bei Levallois Paris Saint Cloud gelungen. Vor knapp 300 Zuschauern erwischten die Gäste den deutlich besseren Start in die Partie und setzten die Gastgeberinnen früh unter Druck. Mit druckvollen Aufschlägen von Zuspielerin Hannah Kohn und einer sehr aufmerksamen Blockarbeit durch Hölzig und ten Brinke verschaffte sich Schwerin schnell die Kontrolle. Ten Brinke setzte zudem im schnellen Angriff über die Mitte ein erstes Ausrufezeichen und erzielte die frühe 1:4-Führung für den SSC. Auch in der Folge präsentierte sich das Team von Felix Koslowski variabel und entschlossen: Kohn verteilte die Bälle klug, Schwerin agierte stabil in Annahme und effektiv im Abschluss. Paris hielt bei guter Annahme dagegen und suchte vor allem über die ehemalige Schwerinerin Tessa Polder in der Mitte seine Chancen. Dennoch gelang es den Gastgeberinnen zunächst nicht, den Rückstand zu verkürzen, da Schwerin am Netz wach agierte, wichtige Blocks setzte und im Angriff clevere Lösungen fand. Beim Stand von 9:13 sah sich Paris-Coach daher zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Diese zeigte Wirkung: Nach einer umstrittenen Netzentscheidung und einem anschließenden Ass der Gastgeberinnen kam Paris heran, sodass nun auch Felix Koslowski beim Stand von 12:14 seine Mannschaft an die Seitenlinie bat. Schwerin fing sich jedoch schnell wieder, erhöhte konsequent auf 13:17 und zwang Paris zu personellen Veränderungen. Unter anderem wurde die erst am Vortag spielfähig gemeldete Ukrainerin Kraiduba eingewechselt, wenig später kam auch Neuzugang Bertolino ins Spiel. Die Wechsel brachten neuen Schwung: Paris kämpfte sich auf 18:19 heran und machte den Satz noch einmal spannend. Doch Schwerin behielt die Nerven, setzte sich erneut auf 19:22 ab und brachte den Durchgang dank einer bestens aufgelegten Jet Kok souverän ins Ziel. Mit 21:25 sicherten sich die Gäste verdient den ersten Satz.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein ausgeglichener zweiter Durchgang, in dem der SSC Palmberg Schwerin den Gastgeberinnen erneut weitgehend sein Spiel aufzwang. Mit variablen Angriffen aus allen Positionen blieb Schwerin offensiv schwer ausrechenbar und setzte Paris früh unter Druck. Eine starke Aufschlagserie von Mia Kirchhoff brachte den Gästen zunächst eine 3:6-Führung. Levallois Paris Saint Cloud ließ sich jedoch nicht beeindrucken und konterte wenig später mit druckvollen Angriffen von Bukovska, die den schnellen Ausgleich besorgte. In der Folge entwickelte sich ein taktisch geprägter Schlagabtausch: Beide Teams spielten immer wieder Katz und Maus mit der gegnerischen Abwehr und setzten vermehrt auf clevere Tipps statt voller Angriffshärte. Zur Satzmitte erspielten sich die Gastgeberinnen einen kleinen Vorteil und bauten diesen bis auf 19:15 aus. Schwerin reagierte folgerichtig mit einer Auszeit, um den Satz nicht aus der Hand zu geben. Der anschließende Wechsel zeigte Wirkung: Anna Artyshuk kam für Mia Kirchhoff ins Spiel und setzte mit einem direkten Blockpunkt ein Ausrufezeichen. Ein Ass von Anne Hölzig sowie ein erfolgreicher Angriff von Artyshuk brachten den SSC wieder auf 20:18 heran. Nun war Schwerin wieder voll da. Jet Kok erzielte den nächsten Punkt, der Rückstand schmolz auf einen Zähler, und vor allem im eigenen Angriff fand das Team von Felix Koslowski wieder die nötige Durchschlagskraft. Einziger Wermutstropfen: Eigene Aufschlagfehler schenkten den Gastgeberinnen immer wieder wichtige Punkte. Nach einer guten Stunde Spielzeit stand es 25:25 – die Spannung in der Halle war nun kaum noch zu überbieten. Mit spektakulären Abwehraktionen auf beiden Seiten lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, bis schließlich erneut Jet Kok Verantwortung übernahm. Mit einem platzierten Angriff aus dem Hinterfeld verwandelte die junge Niederländerin den Satzball zum 25:27 und sicherte Schwerin auch Durchgang zwei. Unter dem frenetischen Jubel der 25 mitgereisten Schweriner Fans gingen die Gäste damit mit einer 2:0-Satzführung in diesem Champions-League-Duell in Führung.
Mit der 2:0-Satzführung im Rücken zeigte der SSC Palmberg Schwerin auch im dritten Durchgang, dass man sich damit nicht zufriedengeben wollte und fest entschlossen war, die vollen drei Punkte aus Paris zu entführen. Entsprechend konzentriert begann der Satz, zunächst verlief das Spiel ausgeglichen (5:5). Dann setzte sich Levallois Paris Saint Cloud mit Angriffen über Tessa Polder und Bukovska leicht ab und ging mit 9:6 in Führung. Schwerin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und blieb in Schlagdistanz. Kapitänin Anne Hölzig verkürzte über die Außenposition auf 9:8 und hielt ihr Team im Spiel. Paris agierte in diesem Durchgang mit Neuzugang Kraiduba, die dem Spiel der Gastgeberinnen zusätzliche Stabilität verlieh. Die erfahrene Ukrainerin wurde nun konsequent im Angriff gesucht, schlug den Schweriner Block clever an und half ihrem Team zu einer 14:12-Führung. In der Folge präsentierten sich die Gastgeberinnen im Angriff zwingender und bauten ihren Vorsprung auf 18:14 aus. Doch Schwerin kämpfte sich erneut zurück. Als Paris plötzlich vermehrt Eigenfehler im Angriff unterliefen, nutzten die Gäste ihre Chance: Ein Block von Marije ten Brinke brachte den SSC zum 20:20-Ausgleich zurück und erhöhte den Druck auf die Gastgeberinnen spürbar. In der entscheidenden Phase behielt Paris jedoch die Nerven. Zwei gute Aufschläge von Bukovska sorgten erneut für die Führung der ranzösinnen, wenig später erspielten sich die Gastgeberinnen den ersten Satzball. Schwerin wehrte diesen ab, Paris reagierte beim Stand von 24:22 mit einer Auszeit. Felix Koslowski setzte auf den Doppelwechsel und brachte Jaksetic und Kirchhoff für Artyshuk und Kohn. Auch Satzball Nummer zwei konnte Schwerin noch abwehren, doch kurz darauf entschied eine Challenge zugunsten der Gastgeberinnen. Paris sicherte sich den dritten Durchgang mit 25:23.
In unveränderter Formation starteten beide Teams in den vierten Durchgang, in dem Levallois Paris Saint Cloud von Beginn an den Ton angab. Mit starken Aufschlägen und viel Druck im Angriff setzten die Gastgeberinnen Schwerin früh unter Druck und erspielten sich eine 9:5-Führung. Dem SSC gelang es nun nicht mehr, wie in den ersten beiden Sätzen den nötigen Zugriff im Block zu finden, sodass der amtierende Deutsche Meister zunehmend ins Hintertreffen geriet. Felix Koslowski reagierte und brachte Leana Grozer für Kapitänin Anne Hölzig ins Spiel. Doch auch ihre Angriffe wurden zunächst vom gut organisierten Pariser Block entschärft, Paris erhöhte konsequent auf 12:5. In dieser Phase fielen zudem mehrere knappe Challenge-Entscheidungen zugunsten der Gastgeberinnen aus, die ihren Vorsprung weiter auf 14:6 ausbauten. Schwerin gab sich jedoch nicht auf. Vor allem über Anna Artyshuk gelang es den Gästen immer wieder, den Sideout zu sichern. Ein Ass von Marije ten Brinke brachte den SSC auf 15:10 heran und zwang Paris zur Auszeit. In der Folge kämpfte sich Schwerin Punkt für Punkt zurück, profitierte dabei von Fehlern im Pariser Angriff und einem wichtigen Block von Leana Grozer zum 19:19-Ausgleich.Nach 7 Punkten Rückstand ein wahrer Kraftakt. Die Hoffnung auf die Wende währte jedoch nur kurz. Paris zeigte nun wieder Stabilität, setzte Schwerin erneut mit Aufschlägen von Zuspielerin MAyer unter Druck und zog auf 23:19 davon. Wenig später entschieden die Gastgeberinnen den Satz mit 25:21 für sich. Nach einem 0:2-Satzrückstand bewiesen die Mariannes 92 Moral in eigener Halle und erzwangen damit den Tiebreak.
Der Tiebreak musste schließlich die Entscheidung in diesem intensiven Champions-League-Duell bringen. Beide Mannschaften setzten nun verstärkt auf ihre Diagonalangreiferinnen und punkteten zunächst im Gleichschritt – bis zum 6:6 blieb der Entscheidungssatz vollkommen offen.
Mit einem hauchdünnen Ein-Punkte-Vorsprung ging es nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit ein letztes Mal zum Seitenwechsel. In dieser Phase tat sich Schwerin im Sideout schwer, Paris nutzte die sich bietenden Chancen konsequent. Felix Koslowski reagierte und brachte Iris Vos für Kapitänin Anne Hölzig ins Spiel. Die Niederländerin fügte sich sofort ein und verwandelte zwei wichtige Angriffe zur 10:9-Führung für den SSC. Doch die Gastgeberinnen konterten eindrucksvoll. Mit einer starken Demonstration im Block riss Paris das Spiel wieder an sich, setzte Schwerin entscheidend unter Druck und entschied die folgenden Ballwechsel für sich. Mit einer Serie bis zum 15:9 sicherte sich Levallois Paris Saint Cloud den Tiebreak, den 3:2-Erfolg sowie die Punkteteilung zugunsten der Gastgeberinnen.
Starting Six Levallois Paris Saint Cloud: Zyani – Depie – Polder – Mayer – Bukovska – Milosic – Sepelova
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Hölzig – Kok –Kirchhoff – Stuut – ten Brinke