Schwerin – Die Kita Igelkinder im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz hat ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass lud der Träger, die AWO Westmecklenburg-Schwerin, am Freitag zu einer Jubiläumsveranstaltung ein. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Einrichtung zu machen, die im Eltern-Kind-Zentrum (ElKiZ) angesiedelt ist.
Geschäftsführer Axel Mielke eröffnete die Feier und betonte die Bedeutung des Zentrums für den Stadtteil: Rund 500 Besucher nutzen wöchentlich die vielfältigen Angebote. „Perspektivisch wollen wir das ElKiZ weiter ausbauen. Wir möchten eine Bewegungshalle bauen und können uns vorstellen, hier ein Therapiezentrum für Adipositas zu integrieren. Uns ist wichtig, das Gesundheitsangebot für Familien im Quartier weiter zu stärken, vor allem mit präventiven Ansätzen.“
Das Konzept, die AWO-Kita Igelkinder zu einem Eltern-Kind-Zentrum zu entwickeln, besteht schon seit mehr als zehn Jahren. Seit 2025 erfolgt die Weiterentwicklung zu einem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ). Dieser Prozess wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert. Ziel ist, Kitas zu zentralen Anlaufstellen für Familien weiterzuentwickeln. „Der Stadtteil Mueßer Holz wurde dafür als Modellregion ausgewählt“, so Axel Mielke weiter. Familien profitieren hier von einem umfassenden Beratungs- und Unterstützungsangebot, das weit über das einer klassischen Kindertagesstätte hinausgeht. Neben Gesundheits- und Bewegungskursen umfasst dies auch Schwangerschaftsberatung, Frühförderung sowie soziale Beratung für junge Familien. In der integrierten Kochschule und im Bewegungsbad finden zudem generationsübergreifende Kurse statt. Wir prüfen laufend die Bedürfnisse der Familien und schaffen entsprechende Angebote“, erläuterte Simone Mühlbauer, Bereichsleiterin Kita, Bildung und Familie der AWO Westmecklenburg-Schwerin.
Auch der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum würdigte das Engagement des Teams. „Eine wichtige Mission ist, dem Negativtrend bei den Schuleingangsuntersuchungen entgegenzuwirken. Oftmals bringen Kinder nicht mehr die nötigen Fähigkeiten mit. Um das zu ändern, nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kinder Tag für Tag an die Hand. Es ist ein Erfolgsmodell, von dem wir uns gut vorstellen können, es auf andere Stadtteile zu übertragen.“
Zentrumsleiterin Ina Woisin präsentierte die Besonderheiten der Kita in einem unterhaltsamen Beitrag im Poetry-Slam-Stil. Dabei hob sie unter anderem die barrierefreie Gestaltung, Experimentierangebote im Rahmen des Programms „Haus der kleinen Forscher“, Bewegungspädagogik nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg sowie offene Spielangebote in modernen Funktionsräumen hervor. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns sehr, sehr wichtig“, ergänzte die Kita-Leiterin Steffi Böhlke. Dies spiegelt sich auch in Angeboten wie dem Elterncafé, gemeinsamen Freizeitaktivitäten und Kursen wider. Wie fröhlich die Kinder ihren Alltag erleben, zeigte eine kleine Gruppe mit dem Fliegerlied und einem Tanz zum Oben-gute-Laune-unten-gute-Laune-Song.
Im Anschluss konnten die Gäste bei Führungen durch die Einrichtung einen Einblick in die pädagogische Arbeit gewinnen. Präsentiert wurden unter anderem der Werkraum, der Multifunktionsraum, der Bewegungsraum, der Vorschulbereich und das Schwimmbad. In altersgemischten Gruppen werden die Kinder individuell gefördert, wobei sich die Angebote an ihren Stärken, Interessen und entwicklungspsychologischen Bedürfnissen orientieren. Bei leckeren Häppchen und Getränken im Kinderrestaurant klang die Veranstaltung aus.
Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz haben sich die Igelkinder und das Eltern-Kind-Zentrum als wichtiger Baustein der sozialen Infrastruktur im Mueßer Holz etabliert – und sollen in den kommenden Jahren weiterwachsen. Die AWO Westmecklenburg-Schwerin betreibt insgesamt sechs Kitas, darunter vier in Schwerin – die Kleinen Schulzen in Görries, die Kita Leuchtturm in der Altstadt, die Kita Regenbogen in der Weststadt und eben die Igelkinder im Mueßer Holz. Die Kita Pippi Langstrumpf befindet sich in Gadebusch, das Abenteuerland in Parchim.