Welche Maßnahmen senken das Thromboserisiko auf Station?

0
35
Foto: cm
- Anzeige -

Immobilität, Operationen und internistische Erkrankungen machen den Stationsaufenthalt zu einer Zeit erhöhter Gefahr für venöse Thromboembolien. Gerinnsel in den tiefen Beinvenen bleiben häufig über lange Zeit unbemerkt, weil charakteristische Beschwerden fehlen, und können im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen, die rasches Handeln erfordert. Deshalb müssen Pflegekräfte und ärztliches Personal gefährdete Patientinnen und Patienten früh erkennen und passende Schutzmaßnahmen ergreifen. Der folgende Überblick zeigt anhand bewährter Vorgehensweisen, wie sich diese Gefahr im Klinikalltag verringern lässt und welche Bausteine zusammenwirken.

Warum das Thromboserisiko auf Station besonders hoch ist

- Anzeige -

Der Aufenthalt im Krankenhaus bringt mehrere Faktoren zusammen, die eine Gerinnselbildung begünstigen, weil sich hier eingeschränkte Bewegung, operative Belastungen und krankheitsbedingte Veränderungen des Blutes in besonderer Weise überlagern. Anhaltende Bettruhe bremst den venösen Rückfluss, wohingegen Operationen und akute Entzündungen die Blutgerinnung anregen. Diese Kombination macht deutlich, warum stationäre Patienten deutlich häufiger betroffen sind als Menschen in ihrem gewohnten Alltag.

Wer die Grundlagen einer leitliniengerechten Vorbeugung nachvollziehen möchte, findet in einer Wissenssammlung zur leitlinienbasierte VTE-Prävention im Klinikalltag fundierte Hintergründe zum Einsatz mechanischer und medikamentöser Verfahren. Besonders folgende Risikogruppen verdienen erhöhte Aufmerksamkeit im Stationsalltag:

  • Patienten nach größeren orthopädischen oder abdominellen Operationen
  • Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Lähmungen
  • Ältere Menschen mit Herzinsuffizienz oder Tumorerkrankungen
  • Schwangere und Wöchnerinnen mit zusätzlichen Vorerkrankungen

Konkrete Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe im Stationsalltag

Eine wirksame Vorbeugung, die im klinischen Alltag konsequent umgesetzt werden sollte, beruht auf mehreren Säulen, die sich gegenseitig ergänzen und erst in ihrer Kombination jene Schutzwirkung entfalten, welche einzelne Maßnahmen für sich genommen niemals erreichen könnten. An erster Stelle steht die individuelle Risikoeinschätzung, denn erst anhand standardisierter Bewertungsskalen lässt sich zuverlässig abschätzen, welche Schutzmaßnahmen im jeweiligen Einzelfall tatsächlich angebracht und sinnvoll sind. Ausgehend von dieser Bewertung werden anschließend mechanische und medikamentöse Verfahren miteinander kombiniert.

Mechanische Verfahren richtig anwenden

Zu den bewährten mechanischen Hilfsmitteln, die sich in der Praxis vielfach als zuverlässig erwiesen haben und häufig zum Einsatz kommen, zählen sowohl medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe, die individuell angepasst werden müssen, als auch die intermittierende pneumatische Kompression, welche den Blutfluss durch rhythmischen Druck unterstützt. Sie fördern den venösen Rückfluss und mindern Stauungen. Entscheidend ist die richtige Passform, da zu enge oder verrutschte Strümpfe eher schaden als helfen. Die Beine sollten in regelmäßigen Abständen auf Druckstellen sowie Veränderungen der Haut überprüft werden.

Basismaßnahmen im Pflegealltag

Neben den technischen Hilfsmitteln tragen einfache pflegerische Handgriffe erheblich zur Vorbeugung bei. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält das Blut fließfähig, gezielte Lagerung entlastet die Venen. Hochwertige Anregungen zur strukturierten Zusammenarbeit im Gesundheitswesen liefern auch Impulse für eine bessere Versorgung auf Station, die zeigen, wie abgestimmte Abläufe die Patientensicherheit erhöhen.

Bewegung und Frühmobilisation als Schlüsselfaktor

Kaum eine andere Maßnahme entfaltet ihre Wirkung so direkt wie die frühzeitige Mobilisation der Patienten. Beinbewegungen pumpen Blut zurück zum Herzen. Selbst bei bettlägerigen Patienten können aktive und passive Übungen angewendet werden, die den Kreislauf in Schwung halten.

Ein durchdachter Bewegungsplan orientiert sich dabei an einer klaren Abstufung, die schrittweise aufeinander aufbaut und Struktur bietet. Diese Schritte haben sich in der täglichen Praxis vielfach bewährt und funktionieren zuverlässig.

  1. Frühe Bewegungsübungen im Bett wie Fußkreisen und Anspannen der Wadenmuskulatur
  2. Mehrmals täglich unterstütztes Aufsetzen an die Bettkante
  3. Erste Stehversuche unter Begleitung durch das Pflegepersonal
  4. Kurze, regelmäßige Gehstrecken auf dem Flur mit steigender Distanz
  5. Schrittweiser Übergang zur eigenständigen Bewegung im Zimmer

Der Austausch zwischen Physiotherapie und Pflege spielt hier eine große Rolle. Teilen beide Berufsgruppen ihre Beobachtungen miteinander, lässt sich das Tempo der Mobilisation genau an den Zustand anpassen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Betroffene überfordert oder unnötig lange im Bett gehalten werden.

Medikamentöse Prophylaxe und pflegerische Verantwortung

Bei einem erhöhten Gefährdungsgrad reicht Bewegung allein oft nicht aus, weshalb zusätzliche Maßnahmen notwendig werden, um das Risiko einer Thrombose zuverlässig zu verringern und Komplikationen vorzubeugen. Dann kommen gerinnungshemmende Präparate zum Einsatz, meist niedermolekulare Heparine, die unter die Haut gespritzt werden. Wie hoch die Dosierung ausfällt, hängt vom Körpergewicht, der Nierenfunktion und dem jeweiligen Eingriff ab. Auch nach der Entlassung kann eine Fortführung nötig sein, etwa nach einer Ruhigstellung des Beins.

Konkrete Hinweise dazu, wann eine Heparinprophylaxe bei Gipsruhigstellung tatsächlich sinnvoll ist, helfen bei der Einordnung des individuellen Falls. Die pflegerische Aufgabe beschränkt sich dabei nicht auf die reine Verabreichung. Wichtig ist die Beobachtung möglicher Nebenwirkungen wie Blutergüsse oder ungewöhnliche Blutungen.

Bei der Beschaffung geeigneter Hilfsmittel für die Vorbeugung sowie beim sorgfältigen Vergleich der verfügbaren Angebote, der eine durchdachte Entscheidung erleichtern soll, begegnet man in diesem Zusammenhang, wenn es um zuverlässige Anbieter geht, immer wieder auch dem Namen UniCare GmbH. Eine genaue Dokumentation der verabreichten Präparate und der genutzten mechanischen Systeme sichert die Behandlungsqualität und schafft Nachvollziehbarkeit für das gesamte Team.

So gelingt die Schulung des Teams für sichere Vorbeugung

Selbst die besten Verfahren nützen nur wenig, wenn das Personal sie nicht sicher beherrscht, weil die praktische Umsetzung im täglichen Betrieb stets die entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg spielt. Durch regelmäßige Fortbildungen bleiben alle Beteiligten auf dem aktuellen Wissensstand und können Risikofaktoren zuverlässig einschätzen. Praktische Übungseinheiten zum korrekten Anlegen von Kompressionshilfen oder zur Injektionstechnik festigen die theoretischen Kenntnisse und erhöhen die Handlungssicherheit im Alltag.

Wertvolle Anregungen zur Gestaltung transparenter Informationsangebote im Gesundheitswesen zeigt die Kooperation, bei der die BZgA und die Weisse Liste zusammenarbeiten, um verständliche Orientierung zu schaffen. Ein festes Schulungskonzept sollte klare Zuständigkeiten benennen und Auffrischungen in regelmäßigen Abständen vorsehen.

Ebenso hilfreich ist eine offene Fehlerkultur, in der Unsicherheiten angesprochen werden dürfen, ohne dass jemand Nachteile befürchten muss. Wenn diese organisatorischen Bausteine, die von Checklisten bis zu standardisierten Übergaben reichen, konsequent mit dem fachlichen Wissen der Pflegekräfte und Ärzte verbunden werden, sinkt die Gefahr venöser Thromboembolien spürbar, und es entsteht ein wesentlicher Beitrag zu einem sicheren Genesungsverlauf der Patienten.