Wismar/Schwerin – Stichwahlen in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag. In der Landeshauptstadt gab es vor zwei Wochen keinen Sieger, nun kommt es zur Entscheidung über die Nachfolge von Rico Badenschier (SPD), der zurücktrat (SN-AKTUELL berichtete). Nach 16 Jahren endet auch im Wismarer Rathaus eine Ära: Da der langjährige Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) nicht erneut antritt, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger am 26. April in einer Stichwahl über seine Nachfolge.
„Bürgernähe und Wirtschaft“
Manuela Medrow von der AfD, die vor zwei Wochen auf über 20 Prozent kam, tritt an Sie sagt: „Sollte ich Bürgermeisterin werden, gilt es im ersten Jahr genau zu schauen: Wie sieht die Haushaltsplanung aus? Welche Einnahmen haben wir, welche Ausgaben haben wir? Eine solide Finanzpolitik ist das A und O. Wir können schon mit kleinen finanziellen Anreizen für Verbesserungen in den Stadtteilen sorgen. Dazu brauchen wir aber auch die Bürgernähe, die Bürgerabstimmung, die Bürgerbefragung – die müssen wir mit ins Boot holen. Natürlich kann ich nichts als Bürgermeisterin machen, ohne die Bürgerschaft hinter mir zu haben. Auch da muss ich sehr diplomatisch mit klugen Ideen und Konzepten kommen. Und da gilt es im ersten Jahr richtig Gas zu geben, denn wir haben auch von der EU Gesetzgebungen, die einiges von uns fordern. Ob es die kommunale Abwasserrichtlinie ist, die kommunale Wärmeplanung oder die Energiepolitik. Wir müssen natürlich auch der Wirtschaft begegnen. TKMS steht vor der Tür, aber wir müssen genau schauen: Was bringt uns TKMS am Ende des Tages, wie viele Arbeitsplätze schaffen wir hier wirklich und was passiert mit den Unternehmen, die davon eventuell partizipieren können?“
„Viele persönliche Gespräche“
Ihr Gegenkandidat ist Frank Junge von der SPD. Der Favorit war vor zwei Wochen auf 41 Prozent gekommen. Auch er gab sein Statement ab: „Zunächst werde ich mir einen Überblick über die Situation in den Fachämtern verschaffen und dafür auch viele persönliche Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen. Vor allem werde ich als neuer Bürgermeister aber dafür Sorge tragen – und das vor allem in der Anfangszeit –, dass ganz wichtige zentrale Projekte für die Stadt ohne Prozessbrüche weitergeführt werden. Das betrifft zum Beispiel den neuen Ostsee-Schulcampus in Wendorf mit der Dreifeldsporthalle oder den Ersatzneubau der Wismarer Hochbrücke oder unsere neue Feuerwache oder auch die Werftstraße, über die zukünftig Lastverkehre in unsere Werftstadt finden sollen. Diese Dinge sind alle hervorragend und mit großem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angearbeitet worden. Die müssen konsequent und ohne Zeitverzug umgesetzt werden. Das ist nicht nur für die Wirtschaft in Wismar wichtig, sondern vor allen Dingen auch für die Menschen in unserer Stadt.“
Die Wahllokale sind von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. SN-AKTUELL wird am Sonntagabend und RADIO LÜBECK am Montagfrüh über den Ausgang berichten.
Landeshauptstadt wählt ebenfalls neues Stadtoberhaupt
Auch in Schwerin kommt es zur Stichwahl für das Amt des Oberbürgermeisters. Hier treten Sebastian Ehlers (CDU), der im ersten Wahlgang 34,2 Prozent erhielt und Mandy Pfeifer (SPD/Die Linke), die es auf 27,9 Prozent schaffte, gegeneinander an. Aussagen der beiden Kandidaten liegen der Redaktion nicht vor. Dafür allerdings gab es letzte Botschaften vor dem Wahltag über die Sozialen Medien.
Pfeifer erklärt: „Ich besinne mich auf das, worum es geht und warum ich das mache. Ich trete hier ja an für meine Stadt und für den Schutz unserer Demokratie, dafür, dass Menschen mehr gesehen werden. Und ich habe einen großen, großen Hang zur Sachlichkeit. Ich kann mir auch Ruppigkeiten versachlichen. Das mache ich gerne.“
Ehlers meint: „Heimat ist unser Fundament für die Zukunft. Darauf möchte ich aufbauen. Schwerin darf nicht stehen bleiben. Wer hier investieren und Arbeitsplätze schaffen möchte, braucht weniger Bürokratie, aber vor allem einen verlässlichen Partner. Denn eine starke Wirtschaft ist der Motor für unsere Stadt. Ein Fundament trägt nur, wenn es sicher ist – ob am helllichten Tag oder spät in der Nacht. Jeder Mensch muss sich auf Schwerins Straßen und Plätzen frei und geschützt fühlen. Sicherheit und Sauberkeit sind für mich nicht verhandelbar. Punkt. Wahrer Zusammenhalt entsteht im täglichen Miteinander. Ob im Sportverein, wo unsere Jugend Teamgeist, Respekt und Fairness lernt, oder in der Pflege, wo wir denen mit Achtung begegnen, die diese Stadt groß gemacht haben. Wir lassen niemanden zurück. Wirtschaft stärken, Sicherheit garantieren, miteinander leben. Dafür stehe ich ein und dafür brauche ich jetzt Ihre Stimme. Mein Name ist Sebastian Ehlers und ich möchte Ihr neuer Oberbürgermeister werden.“
Die Wahllokale sind auch hier von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Nach der Wahl wird SN-AKTUELL auch hier das Ergebnis veröffentlichen.
