Schwerin – Aachen zeigte im zweiten Play-Off-Viertelfinale vor heimischer Kulisse eine starke Leistung und erzwang mit viel Energie und kämpferischer Abwehr ein entscheidendes drittes Duell gegen Schwerin. Nach vier spannenden Sätzen setzen sich die Gastgeberinnen mit 3:1 durch. Jetzt kommt es zum Entscheidungsspiel am Samstag, den 28.3. in Schwerin.
Die Gastgeberinnen aus Aachen erwischten in der zweiten Viertelfinal-Partie der Play-Offs den deutlich besseren Start und setzten sich früh mit 5:1 ab. Schwerin fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel, leistete sich in allen Elementen zu viele Eigenfehler und hatte Mühe, den mutigen und variablen Angriffen der Aachenerinnen etwas entgegenzusetzen. Getragen von der lautstarken Kulisse agierte Aachen von Beginn an selbstbewusst. Beim SSC stand im Vergleich zum ersten Duell diesmal Anna Artyshuk auf der Diagonalposition in der Startformation, während Mia Kirchhoff zunächst auf der Bank Platz nahm. Aachen begann dagegen in derselben Aufstellung wie bereits am Samstag in Schwerin. Der frühe Vorsprung der Gastgeberinnen hatte bis zum 13:8 Bestand, ehe Felix Koslowski mit einer Auszeit erstmals eingriff. Diese zeigte Wirkung: Ein gelungener Angriff von Anne Hölzig brachte den SSC zum Sideout, und mit Unterstützung durch einige Aachener Fehler verkürzten die Schwerinerinnen den Rückstand auf zwei Punkte. Spätestens beim 16:14, als Aachen nach erfolgreichen Angriffen von Anna Artyshuk und Britte Stuut zur ersten Auszeit gezwungen wurde, war Schwerin endgültig im Satz angekommen. Doch auch diese Unterbrechung zeigte Wirkung – diesmal zugunsten der Gastgeberinnen, die sich mit zwei schnellen Punkten wieder auf 18:14 absetzen konnten. Schwerin blieb jedoch dran: Mit einer Aufschlagserie von Britte Stuut kämpften sich die Gäste auf 18:17 heran. Auch die bis dahin längste Rallye des Spiels entschied der SSC für sich und verkürzte auf 20:19. Damit war der Satz pünktlich zur Crunchtime wieder völlig offen. Nach langem Rückstand hatte Schwerin den Anschluss geschafft, doch in der Schlussphase verteidigte Aachen stark und setzte den SSC mit druckvollen Aufschlägen weiter unter Druck. So sicherten sich die Gastgeberinnen den umkämpften ersten Durchgang schließlich mit 25:21.
Diesmal erwischte Schwerin den besseren Start und hielt den Gastgeberinnen aus Aachen direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs den Spiegel vor. Der SSC setzte sich schnell mit 4:1 ab und schien die Lehren aus dem ersten Satz gezogen zu haben. Aachens Trainerin Mareike Hindriksen reagierte früh mit einer Auszeit, doch Anna Artyshuk legte zunächst noch einen weiteren Punkt für Schwerin nach. Anschließend fanden die Gastgeberinnen jedoch besser in ihren Rhythmus. Nach einem erfolgreichen Sideout brachte eine Aufschlagserie von Celine Jebens Aachen wieder auf 4:5 heran. Auch Ex-Schwerinerin Lea Ambrosius setzte den SSC mit guten Aufschlägen zunehmend unter Druck und stellte wenig später den 7:7-Ausgleich her. Der zuvor komfortable Vorsprung der Gäste war damit schnell aufgebraucht. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichener Satz, in dem die Führung mehrfach wechselte. Beim Stand von 13:11 griff Felix Koslowski mit einer deutlichen Ansage an seine Mannschaft ein, weil Schwerin zu viele eigene Möglichkeiten ungenutzt ließ, während Aachen weiterhin mutig und entschlossen auftrat. Beim 14:11 reagierte der SSC zudem personell mit einem Wechsel im Zuspiel und auf der Mittelblockposition – und dieser zeigte Wirkung. Der neue Impuls brachte Schwerin zurück ins Spiel: Erst gelang der 14:14-Ausgleich, kurz darauf erarbeiteten sich die Gäste sogar wieder eine Zwei-Punkte-Führung zum 18:16. Doch die Freude darüber währte nur kurz. Aachen blieb stabil, kämpfte sich erneut heran und glich beim 19:19 wieder aus. Vor allem Ilieva stellte die Schweriner Abwehr in dieser Phase immer wieder vor Probleme und brachte die Gastgeberinnen mit 21:19 in Front. Während der SSC am vergangenen Samstag in eigener Halle in der Crunchtime noch die besseren Nerven bewiesen hatte, zog der amtierende Deutsche Meister diesmal in den entscheidenden Momenten erneut den Kürzeren. Aachen blieb in der Schlussphase konsequent und sicherte sich auch den zweiten Satz mit 25:22.
Um ein entscheidendes drittes Spiel in Schwerin noch zu verhindern, musste der SSC nun drei Sätze in Folge gewinnen. Felix Koslowski setzte dabei zunächst auf das Personal, das bereits zum Ende des zweiten Durchgangs auf dem Feld gestanden hatte, und vertraute weiterhin auf Jaksetic und Gerritsen. Schwerin startete mit viel Energie in den dritten Satz und zeigte sich vor allem am Netz deutlich präsenter. Besonders im Block agierten die Gäste nun bissig und konsequent. Zudem setzte Anne Hölzig Aachen mit cleveren und platzierten Aufschlägen früh unter Druck, sodass sich der SSC schnell auf 7:2 absetzen konnte. Die Gastgeberinnen reagierten zwar mit einem Wechsel auf der Zuspielposition, fanden jedoch zunächst kein Mittel gegen das nun deutlich stabilere und druckvollere Schweriner Spiel. Der SSC hielt den Vorsprung souverän, punktete zuverlässig über Kok und Artyshuk und baute die Führung bis auf 13:7 aus. Mit einer besseren Angriffsquote, hohem Aufschlagsdruck und deutlich mehr Stabilität in Annahme und Abwehr kontrollierten die Schwerinerinnen die Partie nun klar. Dadurch konnten die Gäste ihr eigenes Spiel immer wieder sauber aufbauen und Aachen über weite Strecken dominieren. In der Schlussphase drückte vor allem Jet Kok dem Satz ihren Stempel auf. Mit variablen Angriffen, mal druckvoll, mal mit viel Gefühl, fand sie immer wieder die richtigen Lösungen und ließ die Aachener Defensive kaum zur Ruhe kommen. Schwerin erspielte sich so ein komfortables Polster und hatte beim Stand von 24:11 gleich 13 Satzbälle. Wenig später setzte der SSC mit dem deutlichen 25:13 ein klares Ausrufezeichen und meldete sich eindrucksvoll zurück, denn nach den beiden zuvor gewonnenen Sätzen fand Aachen in diesem Durchgang keine Antwort auf das druckvolle und deutlich entschlossenere Auftreten der Gäste.
Der vierte Durchgang begann auf beiden Seiten nervös, was sich zunächst vor allem in einer Reihe von Aufschlagfehlern zeigte. In dieser Phase war es schließlich Mavrommatis, die mit einer starken Aufschlagserie aus einem 3:3 ein 6:3 für Aachen machte und damit die erste Schweriner Auszeit erzwang. Da die Gastgeberinnen ihren Lauf anschließend fortsetzten und auf 9:4 erhöhten, sah sich Felix Koslowski früh zu einer weiteren Unterbrechung gezwungen. Aachen präsentierte sich in dieser Phase äußerst aufmerksam in der Abwehr und verteidigte viele Schweriner Angriffe stark. Der SSC blieb zwar geduldig und kämpfte sich zwischenzeitlich noch einmal auf drei Punkte heran, fand insgesamt aber zu selten den nötigen Zugriff auf das Spiel. Iris Vos kam für eine kurze Verschnaufpause von Topscorerin Jet Kok aufs Feld, zudem ersetzte Hannah Kohn beim Stand von 11:7 Vedrana Jaksetic. Zwar gelangen Schwerin über Iris Vos und Suus Gerritsen einige sehenswerte Punkte, doch Aachen hielt den Vorsprung konsequent. Auch mehrere enge und umkämpfte Situationen am Netz gingen in dieser Phase eher zugunsten der Gastgeberinnen aus, die sich dadurch weiter absetzen konnten. Beim Stand von 19:11 war der Abstand bereits deutlich, zumal Aachen nun auch im Block immer wieder starke Akzente gegen den Schweriner Angriff setzte. Nach einer langen Rallye verkürzte Kapitänin Anne Hölzig zwar noch einmal auf 20:14, doch das Momentum blieb klar auf Seiten der Aachenerinnen. Erneut war es vor allem Ilieva, die in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernahm und wichtige Punkte erzielte. So erspielten sich die Gastgeberinnen schließlich neun Matchbälle. Zwar zeigte Aachen in dieser Phase kurz Nerven und leistete sich im Angriff einige Fehler, sodass Schwerin bei eigenem guten Aufschlag noch auf 24:18 verkürzen konnte, doch die Aufholjagd kam letztlich zu spät. Mit dem 25:18 sicherten sich die Gastgeberinnen den vierten Satz und belohnten sich für eine starke Leistung. Damit erzwang Aachen ein entscheidendes drittes Viertelfinalspiel in der Schweriner Palmberg Arena am kommenden Samstag.
Starting Six Aachen: Glaab – Jebens – Ambrosius – Mavrommatis – Struka – Ilieva – Jost
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Kok – Hölzig – Artyshuk – Stuut – ten Brinke