Schwerin – Der SSC Palmberg Schwerin ist mit einer 1:3-Niederlage in die Halbfinalserie gegen den VfB Suhl gestartet. Nach zwei deutlich verlorenen Sätzen fanden die Schwerinerinnen im Verlauf der Partie immer besser ins Spiel, verkürzten mit einer starken Reaktion auf 1:2 und waren auch im vierten Durchgang dicht an der Verlängerung des Abends dran. In einer intensiven und stimmungsvollen Halbfinal-Partie in der Suhler Wolfsgrube zeigte der SSC vor allem in der zweiten Hälfte des Spiels Moral und Kampfgeist, konnte sich für die Aufholjagd am Ende jedoch nicht belohnen. Bereits am Mittwoch, den 08.04., bietet sich in der heimischen Palmberg Arena ab 18 Uhr die Chance, in der Serie zurückzuschlagen.
Der erste Satz der Halbfinal-Partie zwischen dem VfB Suhl und dem SSC Palmberg Schwerin begann mit einem echten Paukenschlag der Gastgeberinnen. In der heimischen Wolfsgrube erwischte Suhl den deutlich besseren Start und setzte mit druckvollen Angriffen über Foley sowie starken Abwehraktionen sofort ein Ausrufezeichen. Schnell stand es 3:0 für den VfB. Zwar gelang Schwerin anschließend der erste Sideout, doch Suhl ließ sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen. Die Gastgeberinnen blieben konzentriert, übernahmen direkt wieder die Kontrolle und zogen gegen sichtlich nervöse Schwerinerinnen auf 8:2 davon. Vor allem Zuspielerin Lara Nagels setzte ihre Angreiferinnen clever in Szene und fand immer wieder Dotson am Netz, die mit wichtigen Punkten für zusätzliche Stabilität im Suhler Offensivspiel sorgte. Schwerins Trainer Felix Koslowski reagierte früh auf den Fehlstart und griff beim Stand von 8:2 zur ersten Auszeit. Doch auch die deutlichen Worte an seine Mannschaft zeigten zunächst kaum Wirkung. Als Suhl wenig später sogar auf 11:3 erhöhte, war die nächste Auszeit fällig. Dennoch blieben die Gastgeberinnen kompromisslos in ihrer Spielweise, agierten mutig im Angriff und bauten ihren Vorsprung insbesondere durch Foley und Brancuska weiter aus. Angetrieben von einer elektrisierenden Atmosphäre in der Wolfsgrube spielte sich Suhl förmlich in einen Rausch. Die Fans peitschten ihr Team lautstark nach vorne und sahen mit großer Begeisterung, wie ihre Mannschaft zwischenzeitlich mit zehn Punkten in Führung lag. Erneut wurde deutlich, warum Suhl in dieser Saison zu Hause zu den stärksten Teams der Liga zählt. Schwerin wirkte von der Intensität des Spiels und der Kulisse sichtlich beeindruckt. Fehler im Aufschlag sowie fehlender Zugriff in Block und Abwehr machten es dem SSC zusätzlich schwer, gegen das variable und selbstbewusste Spiel der Suhlerinnen Lösungen zu finden. Lediglich Kapitänin Anne Hölzig und Britte Stuut konnten phasenweise Akzente setzen und regelmäßig punkten, doch der Rückstand war bereits zu deutlich, um dem Satz noch eine Wende zu geben. So ging der erste Durchgang klar mit 25:13 an die starken Pokalsiegerinnen aus Suhl. Für Schwerin konnte es nun nur noch darum gehen, schnell ins Spiel zu finden und im zweiten Satz von Beginn an deutlich aggressiver und stabiler aufzutreten.
Im zweiten Durchgang präsentierte sich der SSC Palmberg Schwerin zunächst stabiler und war bis zum 5:5 auf Augenhöhe. Die Gäste wirkten nun besser im Spiel angekommen und hielten die Partie in der Anfangsphase offen. Doch dann kippte der Satz erneut zugunsten der Gastgeberinnen. Zwei knifflige Entscheidungen fielen auf Suhler Seite aus und gaben dem VfB zusätzlichen Rückenwind. In dieser Phase nutzten vor allem Brancuska und Foley die sich bietenden Chancen konsequent. Besonders Foley stellte die Schwerinerinnen immer wieder vor große Probleme, indem sie den Block clever anschlug und so wichtige Punkte für ihr Team sammelte. So setzte sich Suhl erneut ab und erhöhte auf 10:6. Schwerins Trainer reagierte mit personellen Veränderungen und brachte Grozer für Kok ins Spiel, um neue Impulse zu setzen. Kurz darauf kam auch Suus Gerritsen für Marije ten Brinke aufs Feld, nachdem der Schweriner Block weiterhin kaum Zugriff auf die druckvollen und variablen Angriffe der Gastgeberinnen bekam. Doch Suhl ließ sich davon nicht beeindrucken und hielt den Vorsprung beim 13:9 konstant. Auch mit einem zusätzlichen Doppelwechsel versuchte Schwerin, den Spielverlauf noch einmal zu beeinflussen. Mit Jaksetic und Artyshuk kamen dabei zwei ehemalige Suhlerinnen aufs Feld, doch auch sie konnten den Lauf des VfB zunächst nicht stoppen. Die Gastgeberinnen blieben in der Annahme stabil und nutzten ihre gute Spielanlage konsequent aus. Sowohl über die Mittelblockerinnen als auch über die Außenpositionen punktete Suhl weiterhin mit hoher Effizienz und baute den Vorsprung auf 18:10 aus. Ein kleines Lebenszeichen setzte Schwerin noch einmal, als Britte Stuut an den Aufschlag ging. Mit zwei Assen in Folge verkürzte sie auf 18:13 und brachte ihr Team zumindest kurzzeitig wieder etwas näher heran. Suhl reagierte jedoch abgeklärt, nahm die Auszeit zum richtigen Zeitpunkt und sicherte sich anschließend durch die eingewechselte Svea Naujack direkt den wichtigen Sideout. Schwerin nahm daraufhin auch den Doppelwechsel wieder zurück. Trotz zahlreicher personeller Anpassungen auf beiden Seiten änderte sich am grundsätzlichen Spielbild wenig: Suhl blieb das klar dominierende Team, spielte mutig und mit großer Selbstverständlichkeit. So sicherten sich die Gastgeberinnen auch den zweiten Satz souverän mit 25:16 und stellten auf 2:0 nach Sätzen.
Auch im dritten Satz erwischte der VfB Suhl zunächst den besseren Start und setzte die Schwerinerinnen früh unter Druck. Mit druckvollen Aufschlägen und immer wieder erfolgreichen Angriffen über die Blockhände der Gäste brachte Suhl den SSC von Beginn an sichtbar aus dem Konzept. Schnell führten die Gastgeberinnen mit 4:0, woraufhin Schwerin bereits früh zur ersten Auszeit in diesem richtungsweisenden dritten Durchgang greifen musste. Erst nach fünf Suhler Punkten gelang den Gästen der erste eigene Zähler, doch insgesamt boten sich Schwerin zunächst nur wenige Momente, um das dringend benötigte Selbstvertrauen aufzubauen. Suhl agierte weiterhin aggressiv im Block, spielte konzentriert und leistete sich bis dahin nur wenige Eigenfehler. Folgerichtig bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung auf 8:4 aus. Dann jedoch schlichen sich erstmals in dieser Partie kleinere Unsicherheiten in das Suhler Spiel ein. Fehler auf Seiten des VfB eröffneten Schwerin neue Möglichkeiten, doch zunächst verhinderten weitere Aufschlagfehler der Gäste eine echte Aufholjagd. Dennoch kam der SSC nun Schritt für Schritt besser ins Spiel. Anne Hölzig punktete über Außen zum 11:8, ein weiterer Suhler Angriffsfehler ließ den Vorsprung weiter schrumpfen, und als Jet Kok schließlich mit einem Angriff aus dem Hinterfeld zum 11:10 verkürzte, sah sich Suhls Trainer Alberto Salomoni Hollosy zur Auszeit gezwungen. Gerade nach einer 2:0-Satzführung ist es in vielen Partien der dritte Durchgang, in dem das bis dahin dominierende Team einen kleinen Konzentrationsverlust oder eine Schwächephase erlebt. Genau diesen Moment musste Schwerin nun konsequent für sich nutzen, um sich an diesem Abend noch eine realistische Chance zu erhalten. Zunächst gelang es Suhl allerdings, sich nach der Auszeit noch einmal zu stabilisieren. Beim Stand von 11:10 setzten sich die Gastgeberinnen erneut mit drei Punkten in Folge ab und zwangen Schwerin wieder in die Verfolgerrolle. Doch der SSC blieb diesmal dran. Mit einem erneuten Doppelwechsel versuchte Schwerin, weitere Impulse zu setzen. Artyshuk punktete, Jet Kok und Marije ten Brinke sorgten mit wichtigen Aktionen für den Anschluss zum 16:14. Spätestens jetzt war Schwerin endgültig im Satz angekommen. Ein Ass von Britte Stuut brachte den SSC auf 18:17 heran, wenig später gelang mit einer starken Blockaktion endlich der Ausgleich. Erstmals in dieser Partie entwickelte sich nun eine echte Crunchtime auf Augenhöhe. In dieser entscheidenden Phase bewiesen die Schwerinerinnen Nervenstärke. Mia Kirchhoff brachte ihr Team mit 23:22 in Führung, ehe ein Block von Britte Stuut zum 23:23 ausglich. Als Foley anschließend ein Angriffsfehler unterlief, hatte Schwerin plötzlich den ersten Satzball. Britte Stuut nutzte diese Chance konsequent und verwandelte zum umjubelten Satzgewinn der mitgereisten Schweriner Fans. Mit diesem 25:23 setzte der SSC Palmberg Schwerin ein Lebenszeichen und verkürzte in der Partie auf 1:2 nach Sätzen.
Im vierten Satz versuchte der SSC Palmberg Schwerin früh, noch einmal neue Impulse zu setzen, und brachte Anna Artyshuk für Mia Kirchhoff auf der Diagonalposition. Zwar erwischte Suhl zunächst erneut den besseren Start und ging in Führung, doch anders als in den ersten beiden Sätzen schlichen sich bei den Gastgeberinnen nun auch zu Beginn des Durchgangs einige Fehler ein. Vor allem im Aufschlag und im Angriff ließ der VfB Chancen liegen – und Schwerin wusste diese nun deutlich besser zu nutzen. Die Gäste steigerten sich gleichzeitig im Aufschlagsspiel sowie in der Block-Abwehr und erarbeiteten sich damit einen kleinen, aber wichtigen Vorsprung. Besonders sehenswert war in dieser Phase eine Kombination über Hannah Kohn und Jet Kok, die zum 7:10 führte – ein Angriff, der in den ersten Sätzen noch nicht funktionieren wollte, nun aber mit wachsendem Selbstvertrauen deutlich leichter wirkte. Als Schwerin den Vorsprung wenig später auf 11:7 ausbaute, nahm Suhls Trainer Hollosy die Auszeit und forderte von seiner Mannschaft mehr Ruhe und Klarheit im Spiel. Doch Schwerin blieb in dieser Phase stabil, verteidigte konzentriert, servierte mutig und brachte viel Energie aufs Feld. Mit druckvollen Aktionen von Anna Artyshuk und Jet Kok hielten die Gäste den Abstand bei 16:12. Das Spiel entwickelte sich nun endgültig zu einem echten Halbfinal-Krimi. Beide Teams lieferten sich intensive Rallyes und spektakuläre Abwehraktionen, die sowohl die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle als auch am TV und Livestream mitrissen. In der Schlussphase waren es vor allem Marije ten Brinke und Britte Stuut, die dem Schweriner Spiel mit starken Angriffen über die Mitte ihren Stempel aufdrückten. Doch Suhl blieb auch in dieser schwierigen Phase gefährlich. Ein Ass von Brancuska brachte die Gastgeberinnen noch einmal auf 21:23 heran. Dennoch schien Schwerin den Satzgewinn bereits vor Augen zu haben, als Britte Stuut den Punkt zum 24:21 erzielte. Iris Vos kam anschließend für Jet Kok zum Aufschlag, doch Suhls Kapitänin Laakkonen hielt ihr Team mit dem 22:24 im Spiel. Kurz darauf legte auch die zuvor eher glücklose Dotson nach – und plötzlich war Schwerin nur noch ein Satzball geblieben. Nach einer weiteren Auszeit versuchte Schwerin noch einmal, über Stuut zum Abschluss zu kommen, doch Suhl wehrte auch den letzten Satzball ab und glich zum 24:24 aus. Während sich die Schweriner Anhänger gedanklich bereits auf den Tiebreak eingestellt hatten, kippte die Partie im entscheidenden Moment zugunsten der Gastgeberinnen. Nach einem Schweriner Overpass nutzte Suhl die Chance konsequent, machte den Satz mit 26:24 zu und entschied damit auch das Spiel mit 3:1 für sich.
Starting Six VfB Suhl Lotto Thüringen: Sambale – Laakkonen – Nagels – Foley – Dotson – Berger – Brancuska
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Hölzig – Kok – Kirchhoff – Stuut – ten Brinke