Schwerin – Die Schweriner Polizei hatte am vergangenen Wochenende gleich mehrere Fälle im Straßenverkehr zu bearbeiten. Neben zwei mutmaßlichen Unfallfluchten durch einen 78-jährigen Autofahrer und einem Verkehrsunfall mit einem 17-Jährigen stellten die Beamten insgesamt vier weitere Verkehrsteilnehmer fest, die mutmaßlich unter dem Einfluss von Alkohol oder THC unterwegs waren.
78-Jähriger soll zweimal Unfallflucht begangen haben
Am Samstagmorgen gegen 8.45 Uhr kam es in der Grevesmühlener Straße zu einer Verkehrsunfallflucht. Nach bisherigen Erkenntnissen stieß ein 78-jähriger Autofahrer beim Rückwärtseinparken gegen einen abgestellten Pkw. Ein Zeuge beobachtete den Zusammenstoß und verständigte die Polizei. Der Fahrer soll sich anschließend vom Unfallort entfernt haben.
Nur wenige Stunden später, gegen 13.40 Uhr, fiel derselbe Mann erneut auf. In der Edgar-Bennert-Straße soll er während der Fahrt mit seinem Außenspiegel zwei geparkte Fahrzeuge gestreift haben. Ein 47-jähriger Zeuge beobachtete den Vorfall und folgte dem Autofahrer. Als er ihn auf den möglichen Unfall ansprach, soll der 78-Jährige angegeben haben, keinen Zusammenstoß bemerkt zu haben.
Die Polizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf und sicherte Spuren. Bei der Überprüfung des Mannes ergaben sich zudem Zweifel an seiner Fahrtüchtigkeit. Aufgrund deutlicher körperlicher Einschränkungen und Anhaltspunkten für eine mögliche Beeinflussung durch Medikamente bestand der Verdacht der Fahruntüchtigkeit.
Dem 78-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein beschlagnahmt. Neben den Ermittlungen wegen des Verdachts der Unfallflucht wird gegen ihn auch wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt.
17-Jähriger nach Unfall im Fokus der Ermittler
Gegen 16.10 Uhr meldete ein weiterer Zeuge einen beschädigten Pkw, der im Mittelweg im Schweriner Stadtteil Görries abgestellt worden war. Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass das Fahrzeug zuvor an der Abfahrt Mittelstelle der Schweriner Umgehungsstraße verunfallt war. Dabei wurden zwei Verkehrsschilder und eine Schutzplanke beschädigt.
Im Zuge der Ermittlungen geriet ein 17-jähriger syrischer Staatsangehöriger in den Fokus der Polizei. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass der Jugendliche zum Unfallzeitpunkt am Steuer des BMW saß.
Bei den weiteren Überprüfungen stellte sich nach Angaben der Polizei zudem der Verdacht heraus, dass das Fahrzeug außer Betrieb gesetzt war und der 17-Jährige nicht über die erforderliche Fahrerlaubnis verfügte. Außerdem wird wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs, der Urkundenfälschung und eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt.
Besonders schwer wiegt der Verdacht, dass der Jugendliche unter dem Einfluss mehrerer Substanzen am Straßenverkehr teilgenommen haben könnte. Ein Drogenschnelltest reagierte positiv auf THC, Kokain und Opiate. Die genauen Umstände des Unfalls sowie die Ergebnisse weiterer Untersuchungen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Vier weitere Fälle von Alkohol und THC
Neben diesen beiden Fällen stellten die Beamten am Wochenende vier weitere Verkehrsteilnehmer fest, die mutmaßlich unter dem Einfluss von Alkohol oder THC unterwegs waren. Darunter waren zwei Autofahrer, ein E-Scooter-Fahrer und ein Radfahrer.
Besonders deutlich fiel der Alkoholwert bei einem deutschen E-Scooter-Fahrer aus. Bei einer Kontrolle am Samstagabend gegen 23.14 Uhr stellten die Beamten bei ihm eine Atemalkoholkonzentration von 2,47 Promille fest.
Die Polizei weist angesichts der zahlreichen Fälle erneut darauf hin, dass Alkohol und berauschende Substanzen die Fahrtüchtigkeit erheblich beeinträchtigen und damit eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellen können.