Wer ist jetzt der neue Chef in der Stadt?

Rico Badenschier räumt Büro und übergibt Amtsgeschäfte – bis zur Wahl im April

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Foto: rkr
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Schwerin – Zum 1. Januar 2026 endete das Dienstverhältnis von Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). Der 47-Jährige kehrt nach neun Jahren an der Verwaltungsspitze in seinen früheren Beruf zurück und arbeitet künftig wieder als Neuroradiologe im Helios Klinikum Schwerin (SN-AKTUELL berichtete).

Sein Büro im Stadthaus hatte Badenschier bereits vor Weihnachten geräumt. Sein letzter Arbeitstag war der 23. Dezember. Bilder und Bücher nahm er mit – die Möbel blieben. Diese gehören zur Grundausstattung und stehen seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin weiter zur Verfügung. Bereits bei der Personalversammlung im Dezember hatte sich der gebürtige Chemnitzer von den Mitarbeitern des Rathauses verabschiedet.

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Nottebaum aktuell Stadt-Chef

Bis zur Neuwahl eines neuen Oberbürgermeisters oder einer neuen Oberbürgermeisterin am 12. April 2026 übernimmt Bernd Nottebaum (CDU) die Amtsgeschäfte. Der 61-Jährige ist seit Jahren erster Stellvertreter und als Dezernent zuständig für Bauen, Umwelt und Verkehr. Eine finanzielle Aufstockung erhält er für die kommissarische Leitung nicht. Am vergangenen Freitag machte er sich schon einmal ein Bild seiner neuen Aufgaben. Am heutigen Montag (5.1.) startet der Politiker offiziell. Dann enden die Betriebsferien in der Stadtverwaltung. Die Amtsübergabe war ein dreimonatiger Prozess. Der neue Stadt-Chef ist also vorbereitet.

Stadtentwicklung zurück bei Nottebaum

Nottebaum erhält mit Jahresbeginn zusätzlich das Ressort Stadtentwicklung, das Badenschier nach seiner Wiederwahl 2023 zunächst selbst übernommen hatte. Damals hatte er als eine seiner ersten Amtshandlungen die Planungen für das umstrittene Wohngebiet Warnitzer Feld gestoppt.

Nun verantwortet Nottebaum insgesamt 24 Fachdienste, Eigenbetriebe und Ämter – darunter die Feuerwehr, die Stabsstelle Weltkulturerbe sowie die Bereiche Bildung und Verkehr. Zum Vergleich: Dezernent Silvio Horn (Unabhängige Bürger) leitet derzeit sechs Fachdienste.

Zentrale Projekte wie der Neubau des Berufsbildungszentrums Gesundheit in Neu Zippendorf oder der Ausbau der Rettungsleitstelle mit einem Volumen von knapp 50 Millionen Euro stehen auf seiner To-do-Liste.

Vakuum bei der Vertretung

Erschwert wird die Übergangsphase durch die andauernde Erkrankung von Martina Trauth (Die LINKE), Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Soziales. Sie ist zugleich zweite Stellvertreterin des OB. Ihre Aufgaben wurden vorübergehend auf andere Dezernate verteilt.

Sollte auch Nottebaum ausfallen, gäbe es keinen weiteren offiziell bestimmten Vertreter. In diesem Fall müsste das Innenministerium einen kommissarischen Verwaltungschef ernennen – vermutlich Horn.

Rücktritt mit Signalwirkung

Als Grund für seinen Rücktritt hatte Badenschier im September unter anderem fehlende Rückendeckung durch die Stadtvertretung genannt. Seit der Kommunalwahl im Sommer verfügt die SPD in Schwerin über keine eigene Mehrheit mehr.

Vier Kandidaten für Wahl im April

Die Schweriner SPD und die Linke haben Mandy Pfeifer als OB-Kandidatin nominiert. Für die AfD Petra Federau an. Die CDU setzt auf Sebastian Ehlers. Heiko Steinmüller hatte sich bereits als erster Kandidat gemeldet. Er ist parteilos. Bis zum 27. Januar können sich noch weitere Personen bewerben.