Essenzielle Versicherungen für Freiberufler

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Foto: Lobeca

Als Freiberufler profitieren Sie von vielen Vorteilen, wie der freien Zeiteinteilung und Sie können sich ihre Kundschaft nach Belieben auswählen. Gleichzeitig tragen Sie das volle Risiko für unvorhersehbare Situationen, denen Sie auch als Freiberufler ausgesetzt sind. Während Personengruppen aus dem Angestelltenverhältnis einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, sieht es für Freiberufler schwieriger aus, sofern keine Beiträge für die Arbeitslosenversicherung freiwillig entrichtet worden sind. Dies ist nur ein mögliches Szenario von vielen und, wenn der Ernstfall eintritt, ist es meistens zu spät.

Folglich ist es als Freiberuflicher äußerst wichtig, zu prüfen, ob es Lebensbereiche gibt, die ein Risiko darstellen können. Des Weiteren ist es hilfreich zu wissen, wie hoch die Summe ist, die Sie brauchen, um ihren Lebensstandard zu halten. Mit diesem Wissen ist es beispielsweise möglich, entsprechende Summen mit Versicherungen zu vereinbaren. wenn es etwa um eine Berufsunfähigkeitsversicherung geht. Doch wie kann ein individuelles berufliches Risiko am besten abgesichert werden? Diese Frage sollte frühzeitig beantwortet werden, zumal die Beiträge immer höher werden, desto älter Sie bei Vertragsabschluss sind.

Im folgenden Ratgeber werden essenzielle Versicherungen aufgelistet, welche im Notfall die Existenz sicher, wenn Sie ihre freiberufliche Tätigkeit nicht mehr ausführen können. Es wird ihnen zusätzlich ein Gefühl von Sicherheit geben, sodass Sie mit weniger Sorgen ihre Freiberuflichkeit aufbauen können.

Versicherungen im Überblick

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht, sodass auch Freiberufler sich für eine Krankenversicherung entscheiden müssen. Dabei ist es wichtig, sich für die richtige Versicherung zu entscheiden. Sie haben die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder privaten Versicherung. Dabei ist es nur unzureichend möglich Pauschalaussagen zu treffen, bzw. es gibt kein richtig oder falsch. Beide Varianten gehen mit Vor- und Nachteilen einher. Bei komplizierten Sachverhalten ist es besser, sich beraten zu lassen, bevor es zu einem Vertragsabschluss kommt.

Bei der privaten Versicherung haben Sie den Vorteil, dass die Beitragszahlungen nach individuellen Kriterien ermittelt werden. Zudem ist hier die Palette an möglichen Leistungen größer. Freiberufler haben eine höhere Flexibilität und können beispielsweise in der Gründungsphase einen Tarif mit weniger Leistungen beanspruchen. Sobald die Geschäftszahlen stimmen, können tarifliche Änderungen vorgenommen werden. Haben Sie jedoch Vorerkrankungen oder sind Sie in der Gründungsphase im höheren Alter, so wird sich dies negativ auf die Beitragszahlungen auswirken.

Hier kommen wiederum die Vorteile einer gesetzlichen Krankenkasse zum Vorschein. Denn hier gilt ausschließlich das Einkommen als Ausgangspunkt zur Beitragsermittlung. Sie müssen somit nicht mit höheren Beiträgen, infolge einer Vorerkrankung rechnen. Dabei kommt eine gesetzliche Krankenversicherung der ganzen Familie zugute, denn Unternehmer können ihre Kinder und Ehepartner kostenlos mitversichern. Der Nachteil ist, dass gesetzliche Krankenkassen weniger Flexibilität aufweisen, wenn es um die Tarifermittlung geht. Junge Unternehmer haben deshalb keine Möglichkeit von geringen Beitragszahlungen zu profitieren, wie es bei privaten Krankenkassen möglich ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Kaum eine Versicherung ist so wichtig, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn es gibt keine Garantie, dass ihre Arbeitsleistung ihnen erhalten bleibt. Ob Burnout, Depression oder Autounfall, es sind alles Szenarien, die passieren können und den Arbeitsalltag negativ beeinflussen bis hin eine weitere Berufsausübung unmöglich machen. Wenn Sie eine Familie haben und Immobilien, so ist es nahezu unausweichlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Doch Vorsicht: Häufig wird die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung verwechselt oder synonym miteinander verwendet. Beide Versicherungen haben Parallelen zueinander, doch es gibt signifikante Unterschiede in einigen Bereichen. Die Berufsunfähigkeit bezieht sich beispielsweise auf ihren aktuellen Job, bzw. ihre freiberufliche Tätigkeit. Die Erwerbsunfähigkeit ist ein allgemeiner Begriff und unter Umständen kann es passieren, dass die Versicherung Sie auf einen anderen Job hinweist, den Sie ausführen können, der gegebenenfalls unter ihren Qualifikationen liegt.

Dabei sollten Sie als Freiberufler bei allen Verträgen auf das Kleingedruckte acht geben, insbesondere dann, wenn eine Versicherung wesentlich günstiger ist. Auch bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung besteht die Möglichkeit, dass Sie auf einen anderen Job hingewiesen werden. Dies können Versicherungen rechtlich durchsetzen, indem im Vertrag eine abstrakte Verweisung integriert ist. Im Gegenzug gewähren Versicherungsgeber günstigere Beitragszahlungen, doch Sie sollten abwägen, inwieweit dies ihnen zusagt.