
Schwerin – Der Zoo Schwerin trauert um seinen jüngsten Giraffennachwuchs. Wie der Zoo mitteilte, musste der am 23. März geborene Giraffenbulle Kato eingeschläfert werden. Das Tier zeigte in den vergangenen Wochen einen sich zunehmend verschlechternden Allgemeinzustand sowie auffällige Körperhaltungen. Da verschiedene Therapieversuche fehlschlugen, entschied die Zooleitung in enger Abstimmung mit den Veterinärbehörden, das Kalb von seinen Leiden zu erlösen.
Etwa zwei Monate nach seiner Geburt fiel bei Kato, der im Rahmen einer Teilhandaufzucht zusätzlich mit der Flasche versorgt wurde, eine abnehmende Bewegungsfreude auf. Auch untypische Körperhaltungen machten den Pflegern Sorgen. Eine erste medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln, entzündungshemmenden Präparaten sowie ergänzenden Vitaminen und Mikronährstoffen brachte jedoch keine Besserung.
Untersuchung unter Narkose brachte Gewissheit
Bei einer anschließenden, weiterführenden Untersuchung unter Narkose stießen die Tierärzte auf Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule. Da eine Operation in diesem Bereich bei einem Tier dieser Größe aus veterinärmedizinischer Sicht unmöglich ist und sich der Zustand des Jungtiers parallel weiter verschlechterte, blieb gemeinsam mit dem Veterinäramt nur noch die Entscheidung zur Euthanasie.
Eine nachfolgende pathologische Untersuchung bestätigte den Verdacht der Mediziner: Das Giraffenkalb hatte eine Fraktur im Halswirbelbereich erlitten.
Ursache für die Verletzung bleibt unklar
Wie genau sich der junge Giraffenbulle die schwere Verletzung zugezogen hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Die Experten halten einen unglücklichen Zusammenstoß im sozialen Spiel, eine Auseinandersetzung mit einem anderen Herdentier oder einen Sturz für möglich. Auch eine Verletzung direkt beim Geburtsvorgang kann nicht ausgeschlossen werden.
Trotz der regelmäßigen und intensiven Kontrollen durch die Tierpfleger konnte kein konkretes Unfallereignis auf der Anlage beobachtet werden. Der Zoo betonte in seiner Mitteilung, dass sich solche Vorfälle trotz hoher Haltungsstandards und engagierter Pflege leider nie vollständig ausschließen lassen. Die Zooleitung sprach allen beteiligten Mitarbeitern, die Kato in den vergangenen Monaten intensiv versorgt und begleitet haben, ihren ausdrücklichen Dank aus.


