Fachkräftemangel: So werben Unternehmen heute um Mitarbeiter

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Foto: Lobeca
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Durch sinkende Geburtenraten und das beginnende Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben werden die Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt knapp. Die Folge: Unternehmen müssen sich immer mehr einfallen lassen, um junge High Potentials auf dem Arbeitsmarkt von sich zu überzeugen.

Mangel an geeigneten Kollegen wird zum Dauerproblem

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Im zweiten Quartal des laufenden Jahres hat der Fachkräftemangel wieder zugenommen. Das zeigen die Ergebnisse des KfW-ifo-Fachkräftebarometers für den Juni 2021. Demzufolge sieht rund ein Viertel der befragten Unternehmen ihre Geschäfte durch zu wenig Fachkräfte gefährdet, das sind mehr als doppelt so viele wie im Juni des Corona-Jahres 2020.

Mittelständische Unternehmen sind besonders häufig von diesem Phänomen betroffen, vor allem in der Industrie. Großkonzerne leiden zurzeit noch nicht ganz so häufig unter dem Fachkräftemangel.

New Work und Benefits als Anreize

Wer heute als Arbeitgeber gerade junge Fachkräfte an sich binden will, kommt mittlerweile nicht mehr an New-Work-Angeboten vorbei: Wo immer es der Job erlaubt, erwarten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt flexible Arbeitszeitmodelle und mobile Beschäftigungsoptionen. Das Homeoffice ist seit seinem pandemiebedingten Boom bereits zum festen Bestandteil des beruflichen Alltags geworden.

Doch mit diesen Neuerungen hört das Werben um junge Talente noch lange nicht auf: Wer sein Unternehmen heute als attraktiv darstellen will, kommt im Rahmen seines Employer Brandings nicht mehr um Zusatzleistungen für seine Mitarbeiter herum.

Die betriebliche Altersvorsorge gehört dabei fast schon zum Pflichtprogramm, denn durch die zukünftig immer geringere gesetzliche Rente wird sie für junge Arbeitnehmer zu einem absoluten Must-have.

Zu den weiteren Benefits zählen das Jobticket ebenso wie ein Essenszuschuss für den Mittagstisch oder Sportangebote zur Gesundheitsvorsorge. Zusammen mit kostenfreien Obst-Snacks und Getränken sowie den neuesten Laptops und Smartphones gehören sie immer mehr zur Norm, wenn Unternehmen sich auf dem Arbeitsmarkt positiv positionieren wollen.

Facettenreiche Umsetzung in der Praxis

Die Zusatzleistungen der Unternehmen sind bereits heute recht vielfältig. So bietet die Deutsche Bahn ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung (bAV) an, an der sich die Bahn überdurchschnittlich beteiligt.

Das Consulting-Unternehmen Deloitte betreibt für seine Belegschaft unter anderem einen umfangreichen Familienservice. Er beinhaltet eine Elternberatung, Kinderbetreuungsangebote und psychosoziale Unterstützung.

Beim IT-Software- und Beratungshaus SIV.AG können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur eins, sondern gleich zwei Jobräder leasen. Dabei haben sie die Wahl zwischen E-Bikes und konventionellen Fahrrädern, bei freier Händlerauswahl. Die Räder sind automatisch gegen einen etwaigen Verlust versichert. Für E-Bikes gibt es auf dem Firmengelände eigene Stellplätze, wo das Rad während der Arbeitszeit aufgeladen wird.

Einen anderen Weg geht die tecis Finanzdienstleistungen AG: Das Unternehmen setzt auf umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebote, um Finanzfachleute und talentierte Quereinsteiger als Vertriebspartner im Finanzberatungsbereich für sich zu gewinnen. Trainees können bei tecis auch nebenberuflich einsteigen und ihre hauptberufliche Tätigkeit so zunächst weiter ausüben.

Außerdem wirbt der Finanzdienstleister mit einem fairen und attraktiven Vergütungsmodell. Zu den weiteren tecis-Benefits gehören flexible Arbeitszeiten, gelebte Chancengleichheit und Mitarbeiter-Events.